Category: Elektromobilität

  • Chinesische Elektroautos verlieren weiterhin stark an Wert

    Chinesische Elektroautos verlieren weiterhin stark an Wert

    LGR Reutlingen – 31 Mai 2026 | Die chinesischen Elektroautos stehen derzeit vor einer erheblichen Herausforderung auf dem deutschen Markt, da sie weiterhin stark an Wert verlieren. Dieser Trend zeigt sich besonders deutlich in den Restwerten, die innerhalb der letzten beiden Jahre um fast 14 Prozentpunkte gesunken sind. Anfang April 2023 betrugen die Restwerte von chinesischen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden lediglich 47,2 Prozent, während sie zu Beginn des Jahres 2024 noch bei 61 Prozent lagen.

    Dieser Rückgang ist nicht nur ein spezifisches Phänomen der chinesischen Hersteller, sondern reflektiert einen allgemeinen Trend im Markt für Elektrofahrzeuge. Dennoch ist der Rückgang bei den chinesischen Modellen signifikant stärker als bei der Gesamtmarktentwicklung, die in diesem Zeitraum lediglich einen Rückgang von sieben Prozentpunkten verzeichnete.

    Als die chinesischen Hersteller zu Beginn ihrer Marktpräsenz in Deutschland eintraten, konnten sie aufgrund eines begrenzten Angebots und innovativer Modelle hohe Restwerte erzielen. Doch mit dem Anstieg der Konkurrenz und der Verfügbarkeit ähnlicher Modelle hat sich die Marktsituation verändert. Leasinggesellschaften sind dadurch vorsichtiger geworden, da sie oft nicht die erwarteten Werte für die Fahrzeuge erzielen konnten.

    Martin Weiss, Leiter der Fahrzeugbewertung bei der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), weist darauf hin, dass Leasingfirmen manchmal sogar vorab Vergütungen anbieten müssen, um die Fahrzeuge in ihren Systemen zu behalten. Dies zeigt die Unsicherheit, die momentan im Markt herrscht.

    Vertrauenskrise bei chinesischen Marken

    Ein weiterer Faktor, der zu diesem Wertverlust beiträgt, ist die Skepsis der Verbraucher gegenüber chinesischen Automarken. Laut dem aktuellen DAT-Report befürchtet jeder zweite Befragte, dass viele chinesische Marken in den nächsten fünf Jahren vom Markt verschwinden könnten. Diese Unsicherheit hat direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen und damit auf die Restwerte.

    Christian Schüssler, Direktor für strategische Partnerschaften beim Leasing– und Flottendienstleister Arval, erklärt, dass die Restwertlücke vor allem auf einem mangelnden Vertrauen in die Marken beruht. Wo kein stabiles Markenvertrauen existiert, gibt es auch keine verlässliche Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt, was sich negativ auf die Preisgestaltung auswirkt.

    Vertriebskanäle und ihre Auswirkungen

    Ein weiterer Aspekt, der die Restwerte beeinflusst, ist der Vertriebskanal, den die Hersteller wählen. Chinesische Hersteller setzen momentan stark auf Kurzzeitkanäle wie Eigenzulassungen und Auto-Abos. Diese Vorgehensweise birgt das Risiko, dass die Fahrzeuge schnell und mit einem größeren Abschlag wieder auf den Markt kommen, was die Restwerte weiter drückt.

    Um den Wertverlust zu minimieren, verfolgt Arval konservative Restwertansätze, die höhere Raten zur Folge haben, und implementiert ein Lifecycle-Management, das die Nutzung über mehrere Lebenszyklen hinweg optimiert. Dies könnte helfen, die Restwertrisiken über eine längere Abschreibungsdauer zu strecken und eine zusätzliche Wertschöpfung zu generieren.

    Der oft als “China-Speed” bezeichnete Ansatz der chinesischen Hersteller könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen. Schüssler warnt, dass die schnelle Markteinführung neuer Modelle dazu führen kann, dass bestehende Modelle schneller veraltet erscheinen. Wenn bereits kurz nach der Einführung ein Nachfolger angekündigt wird, hat dies meist negative Auswirkungen auf den Restwert des aktuellen Modells. Die langfristige Qualität und die Marktakzeptanz älterer chinesischer Elektroautos bleibt abzuwarten.

    Schüssler betont, dass die Restwerte stark von Faktoren wie Markenvertrauen, Qualität des Servicenetzes und der Erfahrung im Gebrauchtwagenmarkt abhängen – alles Aspekte, die Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Chinesische Hersteller haben hier noch erheblichen Nachholbedarf, und es ist unwahrscheinlich, dass sich die Restwerte kurzfristig dem Durchschnittsniveau annähern werden. Eine schrittweise Annäherung über mindestens fünf Jahre erscheint realistischer.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass chinesische Elektroautos weiterhin stark an Wert verlieren und zahlreiche Herausforderungen meistern müssen, um im deutschen Markt Fuß zu fassen. Der Mangel an Vertrauen und die Unsicherheiten hinsichtlich der Markenstabilität stellen große Hürden dar, die es zu überwinden gilt.

  • Volvo gibt E-Gebrauchtwagen-Käufern Batteriegarantie

    Volvo gibt E-Gebrauchtwagen-Käufern Batteriegarantie

    LGR Reutlingen – 31 Mai 2026 | Volvo erweitert sein Gebrauchtwagenprogramm und bietet ab dem 1. Juli 2026 eine Batteriegarantie für Käufer von zertifizierten Elektroautos und Plug-in-Hybriden an. Dieses neue Angebot, das in Zusammenarbeit mit CarGarantie entwickelt wurde, ermöglicht eine Verlängerung der bestehenden Garantie auf bis zu elf Jahre. Käufer können diese erweiterte Garantie bei teilnehmenden Volvo Vertragshändlern abschließen und profitieren dabei von einem umfassenden Schutz gegen technische Defekte.

    Die Grundlage für die neue Batteriegarantie bildet ein sogenanntes State-of-Health-Zertifikat, das den Zustand der Hochvoltbatterie durch einen externen Dienstleister prüft und dokumentiert. Dieses Zertifikat informiert Käufer über den aktuellen Batteriezustand und ist Voraussetzung für den erweiterten Garantieschutz. Der Schutz gilt ohne Kilometerbegrenzung und deckt außergewöhnliche Leistungsabfälle ab, die durch Produktions- oder Materialfehler entstehen können, einschließlich der Kosten für Reparatur oder Austausch der Batterie.

    Herrik van der Gaag, Geschäftsführer von Volvo Car Germany, erläutert, dass die Entscheidung zur Einführung dieser Garantie auf die steigende Nachfrage nach elektrifizierten Gebrauchtwagen reagiert. „Mit der erweiterten Batteriegarantie reagieren wir auf die wachsende Nachfrage nach elektrifizierten Gebrauchtwagen“, so van der Gaag. Er unterstreicht zudem, dass die neue Garantie die bestehende Hersteller-Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern ergänzt und somit den Fahrern von Volvo Fahrzeugen die Sorge nimmt, dass die Reichweite ihrer Elektroautos unerwartet nachlässt.

    Um in das Volvo Selekt Programm aufgenommen zu werden, müssen die Fahrzeuge strengen Kriterien genügen. Es dürfen nur Autos angeboten werden, die jünger als fünf Jahre sind und weniger als 150.000 Kilometer gefahren wurden. Jedes Fahrzeug durchläuft darüber hinaus einen umfassenden 100-Punkte-Check und eine Überprüfung der Servicehistorie. Für Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle kommt das SOH-Zertifikat hinzu, das den Batteriezustand unabhängig dokumentiert.

    Die Volvo Selekt Garantie gilt zunächst für zwölf Monate und kann gegen einen Aufpreis auf bis zu 36 Monate verlängert werden, sofern das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Abschlusses nicht älter als zehn Jahre ist und maximal 200.000 Kilometer auf dem Tacho hat. Die Preise für diese Garantie variieren je nach Modell, Alter und Laufleistung. Das Angebot umfasst das gesamte elektrifizierte Produktportfolio von Volvo, einschließlich des kompakten EX30, der Modelle der 40er-Serie sowie des EX90 und dem XC90 Plug-in-Hybrid.

    Volvo zeigt mit dieser Maßnahme nicht nur Verantwortung gegenüber seinen Kunden, sondern auch ein starkes Engagement für die Elektromobilität. Angesichts der wachsenden Bedeutung von nachhaltigen Fahrzeugen auf dem Markt ist es für Hersteller wie Volvo entscheidend, das Vertrauen der Käufer zu gewinnen und zu erhalten. Die Einführung einer Batteriegarantie könnte entscheidend dazu beitragen, die Unsicherheit potenzieller Käufer zu verringern und die Nachfrage nach gebrauchten Elektrofahrzeugen weiter zu steigern.

  • Revolution in der Batterietechnologie: Magnesiumbatterie mit neuer Zinn-Anode übertrifft Erwartungen

    Revolution in der Batterietechnologie: Magnesiumbatterie mit neuer Zinn-Anode übertrifft Erwartungen

    LGR Reutlingen – 31 Mai 2026 | Die Magnesiumbatterie, ein vielversprechender Kandidat zur Ergänzung der Lithium-Ionen-Technologie, hat einen bedeutenden Fortschritt erzielt: Ein internationales Forscherteam hat eine neue Zinn-Anode entwickelt, die in Labortests 440-mal leistungsfähiger ist als herkömmliche Magnesiumanoden. Diese Entdeckung könnte die Entwicklung langlebiger und effizienter Energiespeicher revolutionieren.

    Magnesium gilt als hervorragendes Anodenmaterial für zukünftige Batteriesysteme. Das Metall, das nicht nur kostengünstig ist, sondern auch eine hohe volumetrische Kapazität von 3.833 Milliamperestunden pro Kubikzentimeter aufweist, ist zudem reichlich verfügbar. Trotz dieser Vorteile war die Entwicklung bisher durch die hohe Reaktivität des Metalls an Grenzflächen eingeschränkt, die zu einer schnellen Abnutzung der Anode führte. Eine isolierende Passivierungsschicht, die sich spontan auf der Oberfläche des Metalls bildet, behindert den Transport geladener Ionen und führt zu einer fortschreitenden Polarisation der Batterie.

    Das Forscherteam, angeführt von Qian Wang, Hao Li und Yigang Yan, hat jedoch einen innovativen Ansatz verfolgt, um diese Herausforderung zu meistern. Durch die Auswertung von über 2.200 Materialverbindungen identifizierten sie die vielversprechendsten Optionen für die Anodenentwicklung. Nach intensiven Tests und computerunterstützten Analysen filterten sie 596 stabile Kandidaten heraus und konzentrierten sich auf fünf Elemente, die sich gut für die Legierung mit Magnesium eignen: Calcium, Aluminium, Zinn, Wismut und Lanthan.

    Die Wahl fiel schließlich auf eine spezielle Magnesium-Zinn-Verbindung, bekannt als Mg2Sn, die sich als optimale Zusatzstruktur herausstellte. Die elektrochemischen Messungen zeigten, dass diese neue Anode eine Spitzenstromdichte erreicht, die das Niveau von reinem Magnesium um über das 440-fache übertrifft. Bei konstanten Betriebstemperaturen von 50 Grad Celsius blieb die Testzelle über beeindruckende 1.300 Stunden stabil, während die Überspannung konstant unter 0,05 Volt blieb.

    Im Vergleich dazu versagten andere untersuchte Mischungen wie Calcium, Aluminium und Lanthan bereits nach 60, 180 beziehungsweise 220 Stunden. Diese Ergebnisse ermöglichen es dem Team, allgemeine Richtlinien für den Bau langlebiger Feststoffbatterien abzuleiten. Eine der zentralen Erkenntnisse ist, dass die Zusatzstruktur ein durchgängiges und stabiles Netzwerk bilden muss, um die chemischen Reaktionen gleichmäßig im gesamten Material zu verteilen.

    Zusätzlich ist es entscheidend, die Reaktivität an den Grenzflächen kontrolliert in Gang zu setzen, während gleichzeitig durchgängige Leitungswege aus dem Magnesium-Grundmaterial erhalten bleiben. Diese Prinzipien verknüpfen das energetische Verhalten an den Kontaktflächen, die räumliche Anordnung der Materialstrukturen sowie die Geschwindigkeit der chemisch-elektrischen Reaktionen. Damit können besonders robuste Batterie-Pole aus Magnesium entwickelt werden.

    Die Fortschritte in der Magnesiumbatterie-Technologie mit der neuen Zinn-Anode könnten weitreichende Auswirkungen auf die Elektromobilität und die Speicherung erneuerbarer Energien haben. Da die Welt zunehmend auf nachhaltige Energiequellen angewiesen ist, wird die Entwicklung effizienter und langlebiger Batterien immer wichtiger. Diese neue Technologie könnte dazu beitragen, die Abhängigkeit von Lithium-Ionen-Akkus zu verringern und die Energiewende voranzutreiben.

    Die Forschungsergebnisse zeigen nicht nur das Potenzial von Magnesiumbatterien, sondern auch die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze in der Materialwissenschaft. Die Kombination aus modernen Computertechniken und traditioneller experimenteller Forschung hat es dem Team ermöglicht, einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft zu machen. Mit weiteren Entwicklungen werden Magnesiumbatterien möglicherweise bald eine zentrale Rolle in der Energielandschaft spielen.

  • Stellantis: E-Auto muss besser sein, nicht nur billiger

    Stellantis: E-Auto muss besser sein, nicht nur billiger

    LGR Reutlingen – 31 Mai 2026 | Auf dem Branchenevent Automotive Masterminds 2026 in Berlin hat Dr. Joachim Kahmann, Senior Vice President Purchasing EE & Modules bei Stellantis, eindrucksvoll dargelegt, was nötig ist, damit die Elektromobilität in Europa nachhaltig erfolgreich wird. Im Vorjahr sorgte Kahmann bereits mit einer klaren Diagnose für Aufsehen: Die Erfolgsformeln der traditionellen Automobilhersteller sind für die Zukunft nicht mehr ausreichend. In seinem diesjährigen Vortrag stellte er die strategischen Überlegungen vor, die aus dieser Erkenntnis folgen.

    Kahmann widersprach der weit verbreiteten Annahme, dass ein Elektrofahrzeug automatisch erfolgreich sei, wenn es zum Preis eines Verbrenners angeboten wird. “Das ist zu simpel”, betonte er. Der Umstieg auf ein E-Auto bringe grundlegende Veränderungen in den Fahrgewohnheiten mit sich und erfordere neue Ansätze in Bezug auf Laden, Reichweite und alltägliche Nutzung. Es handelt sich um eine Innovation, die einem bekannten Muster folgt.

    Der Innovationsadoptionszyklus nach Rogers zeigt, dass in China der Anteil an Elektrofahrzeugen bei Neuwagen inzwischen bei fast 38 Prozent liegt. Dort ist die frühe Mehrheit bereits erreicht, und der Markt nähert sich der späten Mehrheit. In den USA liegt dieser Anteil bei gerade einmal 8 Prozent, während Europa im Jahr 2025 bei 17,4 Prozent stehen wird – genau an der Schwelle zwischen frühen Nutzern und der frühen Mehrheit. “Aus der Perspektive der Kunden ist das aufregend. Aus Sicht eines Automobilherstellers ist das alarmierend”, so Kahmann.

    Die aktuelle Marktdynamik bedeutet für alle, die zögern, ein Risiko: Marktanteile könnten verloren gehen. Kahmann warnte, dass neue Anbieter in den Markt drängen, und die Markentreue der Kunden an Bedeutung verliert. Wer in dieser Zeit nach einem E-Auto sucht, wird sich für das beste Angebot entscheiden. Ein Blick auf China verdeutlicht, was Europa in den kommenden Jahren bevorsteht.

    Dennoch betonte Kahmann, dass Stellantis als traditioneller Automobilhersteller alle drei Kundengruppen gleichzeitig bedienen müsse: die frühe Mehrheit, die auf ein besseres Elektroauto wartet; die späte Mehrheit, die noch nicht bereit ist und gut mit Hybrid- oder Mildhybridlösungen bedient werden kann; sowie die Nachzügler, die an Elektrifizierung kein Interesse haben. Für diese letztere Gruppe wurde in den USA der 5,7-Liter-V8-HEMI-Motor im Ram-Truck angekündigt – eine klare Abkehr von der Elektrifizierung. Die Verkaufszahlen des Trucks sind entsprechend gut. Trotzdem ließ Kahmann keinen Zweifel daran, dass die Zukunft des Unternehmens mit der frühen Mehrheit entschieden wird.

    Doch wie kann es gelingen, E-Autos tatsächlich zu besseren Fahrzeugen zu machen, und das zu einem bezahlbaren Preis? Kahmann nannte drei revolutionäre Ansätze in der Fahrzeugarchitektur, die dafür erforderlich sind. Erstens müsse der elektrische Antriebsstrang von einzelnen Komponenten zu integrierten Systemen weiterentwickelt werden – wie es BYD mit einem Zwölf-in-eins-System vorzeigt. Zweitens sollte die elektronische Fahrzeugarchitektur durch die Zentralisierung der Recheneinheiten und die Reduzierung der Steuergeräte vereinfacht werden. Drittens ist eine Trennung von Hardware und Software notwendig, indem ein fahrzeugeigenes Betriebssystem entwickelt wird, das den Entwicklungsaufwand und die Validierungszeit erheblich reduziert.

    Diese Maßnahmen schaffen die wirtschaftliche Basis für das, was Kahmann als echten Gamechanger betrachtet: autonomes Fahren. In China haben Level-2-plus-Systeme mit urbaner Navigation, also adressbasiertes, freihandloses Fahren, bereits einen Marktanteil von 50 Prozent innerhalb eines Jahres erreicht. Kunden entscheiden sich explizit wegen dieser Funktion für Fahrzeuge. “Die Art, wie wir das Auto nutzen, verändert sich dramatisch. Heute ist es persönliche Mobilität – es wird zu einem mobilen Privatraum”, erklärte Kahmann.

    Sein eindringlicher Appell an die Branche war unmissverständlich: Die Herausforderung für Stellantis besteht darin, einerseits das bestehende Geschäft mit Kunden zu bedienen, die noch nicht wechselwillig sind, und andererseits die notwendigen Revolutionen in Architektur und Software konsequent voranzutreiben – und das alles unter hohem Zeitdruck. Die chinesischen Wettbewerber rücken mit hoher Geschwindigkeit nach. “Wir haben keine Zeit zum Nachdenken. Wir müssen uns als gesamte Industrie bewegen”, forderte Kahmann. Mit einem Blick in den Saal fügte er hinzu: “Alle Hände an Deck.”

  • Leasing: Werden Elektroautos zu Smartphones auf Rädern?

    Leasing: Werden Elektroautos zu Smartphones auf Rädern?

    LGR Reutlingen – 30 Mai 2026 | In Deutschland scheint sich ein bemerkenswerter Wandel im Umgang mit Elektroautos abzuzeichnen. Die neue E-Autoförderung hat zwar die Nachfrage angekurbelt, jedoch nicht in der Form, wie viele erwartet hatten. Statt den Kauf von Elektrofahrzeugen zu fördern, entscheiden sich immer mehr Verbraucher für Leasingmodelle. Laut einer Analyse des Autoportals Carwow stieg die Nachfrage nach Leasing von Elektroautos im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 238 Prozent, während die Neuwagenbestellungen nur um 190 Prozent zunahmen.

    Dieser Trend hat nicht nur Auswirkungen auf den Automobilmarkt, sondern auch auf das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Auto. Das klassische Bild des Autos als persönliches Eigentum gerät ins Wanken. Das Leasing könnte sich als flexibles Modell etablieren, das vor allem in der Übergangszeit zur Elektromobilität viele Vorteile bietet. Doch mit dieser Veränderung kommen auch Risiken, insbesondere für den Gebrauchtwagenmarkt.

    Die Bedenken, dass zahlreiche Rückläufer nach Ablauf der Leasingverträge den Markt überschwemmen, sind nicht unbegründet. Während die Nachfrage nach neuen Elektroautos steigt, könnte ein Überangebot an gebrauchten Fahrzeugen zu einem Preisverfall führen. Händler stehen bereits jetzt unter Druck, die Preise für gebrauchte E-Autos zu senken, während gleichzeitig die Förderung für Neuwagen gilt.

    Der Gebrauchtwagenmarkt hat E-Autos bislang oft als Ladenhüter behandelt. Händler waren skeptisch, da viele Verbraucher Bedenken hinsichtlich der Reichweite und der Haltbarkeit der Batterien hatten. Doch diese Vorurteile scheinen inzwischen überholt. Die Technologie hat sich erheblich weiterentwickelt, und die meisten Elektroautos behalten auch nach mehreren Jahren noch eine beeindruckende Batteriekapazität von bis zu 90 Prozent.

    Die Transformation des Automobils

    Das Auto war für viele Deutsche jahrzehntelang ein Symbol des persönlichen Besitzes. Der Besitz eines Fahrzeugs wurde oft mit Stolz gehegt. Doch die zugrunde liegenden Werte beginnen sich zu verändern. Elektroautos bringen nicht nur neue Technologien mit sich, sondern auch ein neues Denken über Mobilität. Leasing könnte die Antwort auf die Frage sein, wie wir mit dem raschen technologischen Fortschritt und den sich ständig ändernden politischen Rahmenbedingungen umgehen.

    Das Leasing-Modell ermöglicht es den Verbrauchern, die neuesten Technologien zu nutzen, ohne sich langfristig an ein Fahrzeug zu binden. Viele Menschen sehen Leasing mittlerweile als eine Form der Absicherung gegen sinkende Restwerte und die Unsicherheiten, die mit der schnelllebigen Entwicklung der Elektromobilität einhergehen. Dies könnte das Ende des klassischen Fahrzeugbesitzes bedeuten und stattdessen eine Kultur des temporären Gebrauchs fördern.

    Die Umstellung auf Leasing als bevorzugtes Modell könnte auch die Markenbindung schwächen. In einer Welt, in der die monatlichen Raten wichtiger werden als PS-Zahlen oder Motorensounds, bleibt die Frage, ob Käufer bereit sind, sich langfristig an eine Marke zu binden. Dies könnte den Wettbewerb im Automobilmarkt neu definieren.

    Marktforschung und Expertenstimmen

    Die Meinungen von Experten sind geteilt. Philipp Sayler von Amende, Geschäftsführer von Carwow Deutschland, betont, dass die Rückkehr der Förderung zwar die Nachfrage nach Elektroautos aktiviert, jedoch nicht zwangsläufig zu einer Zunahme klassischer Kaufentscheidungen führt. Vertrauen in die zukünftigen Werte der Fahrzeuge wird für viele Verbraucher zum entscheidenden Faktor.

    Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, warnt davor, dass eine Vielzahl von Leasingrückläufern dazu führen könnte, dass die Preise für gebrauchte E-Autos sinken, was sowohl für Händler als auch für Leasinganbieter problematisch sein könnte. Diese sinkenden Restwerte könnten den positiven Effekt der Neuwagenförderung teilweise aushebeln.

    Auf der anderen Seite sieht Sandra Wappelhorst, Forschungsleiterin am International Council on Clean Transportation, die Möglichkeit, dass geleaste Elektrofahrzeuge nach Ablauf ihrer Verträge schneller wieder auf den Markt gelangen. Dies könnte den Zugang zu E-Autos erleichtern und die Verbreitung der Elektromobilität unterstützen.

    Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie sich der Gebrauchtwagenmarkt entwickelt. Es wird erwartet, dass die heutigen Leasingfahrzeuge mit attraktiven Reichweiten und soliden Batterien in den Markt zurückkehren. Was heute als mutiger Schritt angesehen wird, könnte sich als kluge Entscheidung herausstellen.

    Die zunehmende Flexibilität durch Leasing könnte dazu führen, dass das Auto nicht mehr als ein Statussymbol, sondern als praktisches Fortbewegungsmittel angesehen wird. Dies könnte den Weg für eine nachhaltigere Mobilität ebnen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll ist.

    In einer Welt, die sich ständig wandelt, bleibt abzuwarten, wie sich der Markt letztendlich entwickeln wird. Der Erfolg von Elektroautos könnte nicht nur davon abhängen, wie viele Menschen bereit sind zu kaufen, sondern auch davon, wie gut Leasingangebote angenommen werden und welche Rolle sie in der zukünftigen Mobilitätslandschaft spielen.

  • Elektroauto in der Sommerhitze: 5 Tipps, um deinen Akku zu schonen

    Elektroauto in der Sommerhitze: 5 Tipps, um deinen Akku zu schonen

    LGR Reutlingen – 30 Mai 2026 | Die sommerlichen Temperaturen über 30 Grad können nicht nur für Menschen unangenehm sein, sondern auch für die Akkus von Elektroautos. Eine Studie des National Renewable Energy Laboratory zeigt, dass hohe Temperaturen die Alterung von Lithium-Ionen-Batterien beschleunigen können. Um die Lebensdauer des Akkus zu verlängern, gibt es einige einfache, aber effektive Maßnahmen, die jeder E-Auto-Fahrer beachten sollte.

    Hohe Temperaturen stellen eine der größten Herausforderungen für die Akkus von Elektrofahrzeugen dar. Während die kalten Monate oft zu Reichweiten- und Ladeleistungsproblemen führen, haben heiße Sommertage ihre eigenen Tücken. Starke Hitze kann die empfindlichen Zellstrukturen der Batterien belasten und deren Lebensdauer negativ beeinflussen. Hier sind fünf Tipps, um deinen Akku in der Sommerhitze zu schonen.

    1. Lade den Akku nicht auf 100 Prozent

    Ähnlich wie bei Smartphones empfiehlt es sich, die Batterie des Elektroautos nicht ständig auf 100 Prozent zu laden. Lithium-Ionen-Akkus altern schneller, wenn sie regelmäßig vollgeladen und gleichzeitig hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Daher ist es ratsam, den Akku im Alltag nur auf etwa 80 Prozent aufzuladen. Solltest du eine lange Fahrt planen, ist es natürlich in Ordnung, den Akku vor der Abfahrt auf 100 Prozent zu laden. Problematisch wird es jedoch, wenn das Fahrzeug mit vollem Akku in der Hitze parken muss, da dies zu einer Überhitzung führen kann.

    2. Parke im Schatten oder in der Tiefgarage

    Wenn das Elektroauto längere Zeit abgestellt werden muss, sollte ein schattiger Platz oder eine Tiefgarage gewählt werden. Dadurch wird verhindert, dass sich der Akku und das Fahrzeug übermäßig erwärmen. Besonders bei hohem Ladestand ist es wichtig, die Batterie kühl zu halten, da hohe Temperaturen die Alterung beschleunigen können. Ein kühlerer Akku benötigt zudem weniger Energie, um die Batteriezellen nach dem Start auf die richtige Temperatur zu bringen.

    3. Vermeide häufiges Schnellladen

    Die Temperatur spielt eine entscheidende Rolle beim Laden von Lithium-Ionen-Akkus. Bei sehr hohen Temperaturen sollten Schnellladung und häufiges Laden vermieden werden. Bei langen Reisen im Sommer empfiehlt es sich, mehr Zeit für das Laden einzuplanen, da das Batteriemanagement die Leistung beim Schnellladen drosselt, um eine Überhitzung zu verhindern. Dies kann die Ladezeiten verlängern, was jedoch den Akku schont.

    4. Fahre gleichmäßig und vorausschauend

    Die Fahrweise hat ebenfalls einen Einfluss auf die Akkubelastung. Wer häufig stark beschleunigt oder hohe Geschwindigkeiten fährt, belastet den Akku zusätzlich und erzeugt mehr Wärme im System. Eine gleichmäßige, vorausschauende Fahrweise hilft nicht nur, die Batterieleistung zu optimieren, sondern schont auch die Lebensdauer des Akkus. Zudem kann es hilfreich sein, die Klimaanlage beim Laden zu nutzen, um den Innenraum vorzukühlen und die Batterietemperatur zu regulieren.

    5. Achte auf die Umgebungstemperatur

    Die Umgebungstemperatur hat großen Einfluss auf die Leistung des Elektroautos. Bei extremen Temperaturen sollte darauf geachtet werden, wie und wo das Fahrzeug genutzt wird. Das Fahren bei kühleren Temperaturen oder das Warten in schattigen Bereichen kann dazu beitragen, dass der Akku nicht unnötig belastet wird.

    Mit diesen fünf Tipps lässt sich die Lebensdauer des Akkus in Elektroautos auch an heißen Sommertagen deutlich verlängern. Indem du einfache Regeln beim Laden, Parken und Fahren beachtest, sorgst du dafür, dass dein Elektrofahrzeug auch bei hohen Temperaturen optimal funktioniert und die Akkuleistung erhalten bleibt.

  • Tata Tiago EV für 6,99 lakh Rs. mit 226 km Reichweite belebt den Wettbewerb mit MG Comet

    Tata Tiago EV für 6,99 lakh Rs. mit 226 km Reichweite belebt den Wettbewerb mit MG Comet

    LGR Reutlingen – 29 Mai 2026 | Tata Motors hat den Preis für den Tiago EV in Indien auf 6,99 lakh Rs. gesenkt. Dieser Schritt hat den kleinen Elektrofahrzeugmarkt in Indien erneut belebt und das Interesse an erschwinglichen Elektroautos geweckt. In diesem Segment bleibt der MG Comet EV der einzige ernsthafte Mitbewerber in dieser Preisklasse. Beide Fahrzeuge sind auf Käufer ausgerichtet, die ein kostengünstiges Elektroauto für den täglichen Gebrauch suchen.

    Der Tata Tiago EV wirkt auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Kleinwagen, bietet jedoch fünf Sitzplätze und ausreichend Platz im Innenraum. Das Basismodell ist mit einem 19,2 kWh Akku ausgestattet, der eine Leistung von 61 PS und ein Drehmoment von 110 Nm erzeugt. Tata gibt eine Reichweite von etwa 226 km an, was ihn für den Stadtverkehr und kurze Wochenendausflüge geeignet macht. Für Familien, die zusätzlichen Platz benötigen, erweist sich der Tiago EV als praktischer.

    Tata Tiago EV bei 6,99 lakh Rs. mit 226 km Reichweite weckt Wettbewerb mit MG Comet

    Im direkten Vergleich zum MG Comet EV, der speziell für den Stadtverkehr konzipiert ist, bietet der Tiago EV einige entscheidende Vorteile. Der MG Comet ist mit einem 17,3 kWh Akku ausgestattet, der 42 PS leistet und ebenfalls 110 Nm Drehmoment erzeugt. Die angegebene Reichweite liegt bei etwa 230 km, was ihn ideal für kurze Fahrten in der Stadt macht. Sein Design ist auf enge Parkplätze und kurze Strecken in urbanen Gebieten ausgerichtet, was ihn zu einer attraktiven Wahl für Pendler macht, die häufig alleine oder mit einem Passagier unterwegs sind.

    Beide Fahrzeuge bieten leicht unterschiedliche Features, die auf Größe und Verwendungszweck abgestimmt sind. Der Tiago EV verfügt über Sicherheitsmerkmale wie sechs Airbags, Traktionskontrolle und regenerative Bremsen. Zudem kommt er in der Basisversion mit einem digitalen Display und einer Klimaanlage. Im Gegensatz dazu bietet der MG Comet moderne technische Features, darunter elektrische Fensterheber, Bluetooth-Audio, Lenkradsteuerung und ein großes Bildschirm-Setup. Trotz seiner kompakten Abmessungen vermittelt er ein stilvolles und lebhaftes Innenraumgefühl.

    Innenraumkomfort und Raumangebot im Vergleich

    Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Modellen liegt im Raumangebot. Der Tiago EV bietet richtige Rücksitze und einen nutzbaren Kofferraum, was es Familien erleichtert, Gepäck zu transportieren und bequem zu reisen. Der MG Comet hingegen hat sehr begrenzten Platz. Die Rücksitze sind eng und der Kofferraum ist kaum nutzbar, was ihn eher als Zweitwagen für kurze Fahrten prädestiniert.

    Auch der Fahrkomfort zeigt deutliche Unterschiede. Der Tiago EV vermittelt ein stabileres Fahrgefühl auf Autobahnen und unebenen Straßen und sorgt für mehr Vertrauen bei längeren Fahrten. Der MG Comet hingegen ist einfach zu fahren und lässt sich leicht in belebten Straßen und engen Parkplätzen manövrieren, jedoch fühlt er sich bei höheren Geschwindigkeiten oder auf unebenen Straßen weniger stabil an.

    In puncto Preis-Leistungs-Verhältnis erscheint der Tiago EV als das bessere Angebot. Er bietet mehr Platz, eine stärkere Leistung und mehr praktische Flexibilität für den Alltag. Der MG Comet hingegen hat niedrigere Betriebskosten im Alltag und ist einfacher zu handhaben, insbesondere in städtischen Umgebungen. Beide Fahrzeuge zielen auf unterschiedliche Bedürfnisse im indischen Elektrofahrzeugmarkt ab und sprechen verschiedene Käufersegmente an.

  • VinFast VF 8 erhält erstes großes Update seit Marktstart

    VinFast VF 8 erhält erstes großes Update seit Marktstart

    LGR Reutlingen – 28 Mai 2026 | VinFast hat mit der Vorstellung der überarbeiteten Generation des VF 8 ein bedeutendes Update für sein Elektro-SUV im D-Segment präsentiert. Dieses Update stellt den ersten größeren Technologiesprung des Modells seit seiner Markteinführung dar und umfasst umfassende Änderungen an Fahrwerk, Elektronikarchitektur sowie Antrieb.

    Das äußere Design des VF 8 orientiert sich an der von VinFast als „Tech Fluid“ bezeichneten Gestaltungsphilosophie. Diese soll technische Funktionalität mit harmonischen, fließenden Formen verbinden. Der breite, glänzend schwarze Kühlergrill an der Front wird von flügelförmigen Tagfahrleuchten flankiert. Die Seitenlinie des Fahrzeugs steigt sanft nach hinten an, während die Heckpartie durch einen V-förmigen LED-Streifen und neu gestaltete Rückleuchten geprägt wird. Mit einer Länge von 4701 mm und einem Radstand von 2840 mm bietet der VF 8 auch ausreichend Platz für Insassen und Gepäck. Er ist mit 19-Zoll-Rädern ausgestattet und verfügt über eine Bodenfreiheit von 170 mm.

    Im Innenraum fällt das 12,9-Zoll-Infotainment-Display ins Auge, das das Armaturenbrett dominiert. Ergänzt wird dies durch ein separates Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad. Der Innenraum selbst wird über eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit integrierter Luftionisierung klimatisiert. Der Fahrersitz ist sechsfach elektrisch verstellbar und bietet eine Memory-Funktion. Die Rücksitzbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen, was die Flexibilität beim Transport von Gepäck erhöht.

    Technische Neuerungen des VinFast VF 8

    Technisch basiert die neue Generation des VF 8 auf einer überarbeiteten Fahrwerksplattform, die mit frequenzselektiven Dämpfern (FSD) an beiden Achsen ausgestattet ist. Diese Technologie soll die Dämpfungseigenschaften in Echtzeit an die jeweiligen Straßenverhältnisse anpassen. Ferner hat VinFast eine neue elektrische und elektronische Systemarchitektur eingeführt, die auf dem Konzept des Software-Defined Vehicle (SDV) basiert. Ein zentraler Fahrzeugrechner, der Central Vehicle Computer, übernimmt die Koordination der Steuerungsfunktionen. VinFast hebt hervor, dass sowohl die Systemarchitektur als auch die Steuerungssoftware intern entwickelt wurden, was dem Unternehmen eine größere Kontrolle über die Technologie ermöglicht.

    Der Antrieb des VF 8 erfolgt durch einen Elektromotor mit einer Leistung von 170 kW (228 PS) und einem maximalen Drehmoment von 330 Nm, der die Vorderachse antreibt. Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 60,13 kWh, und VinFast gibt an, dass eine Reichweite von bis zu 500 km nach NEFZ-Norm erzielt werden kann. Dies ist jedoch ein Wert, der unter realen Bedingungen wahrscheinlich niedriger ausfällt. Schnelles Laden von 10 auf 70 Prozent der Batteriekapazität soll in weniger als 30 Minuten möglich sein. Ergänzend zu diesem Antriebssystem kommt ein intern entwickeltes und patentiertes Wärmemanagementsystem zum Einsatz, das Batterie, Motor und Klimaanlage gemeinsam steuert.

    Markteinführung und Fahrerassistenzsysteme

    Die Fahrerassistenzsysteme des VF 8 sind ebenfalls bemerkenswert. Dazu zählen ein Autobahnassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent, Totwinkelwarnung sowie ein 360-Grad-Kamerasystem. Das Fahrzeug sowie die Assistenztechnologien sind darauf ausgelegt, den 5-Sterne-Standard des ASEAN NCAP zu erreichen.

    Die Vorbestellungen für den VinFast VF 8 beginnen am 27. Mai 2026 in Vietnam, sowohl über die offizielle Website als auch über das Händlernetz. Die ersten Auslieferungen sind für Ende Juli 2026 vorgesehen. VinFast bietet auf das Fahrzeug eine Garantie von sieben Jahren oder 160.000 km und auf die Batterie eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 km. Informationen zu Preisen oder Märkten außerhalb Vietnams sind derzeit noch nicht bekannt.

  • E-Traktor mit Wechselakku: Herbert Diess nach VW setzt auf die Agrartechnik

    E-Traktor mit Wechselakku: Herbert Diess nach VW setzt auf die Agrartechnik

    LGR Reutlingen – 28 Mai 2026 | Herbert Diess, der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, hat mit seiner neuen Firma, der Diess E-Agrartechnik AG, ein ehrgeiziges Projekt ins Leben gerufen. Unter dem Motto “Diess nach VW: Jetzt kommt der E-Traktor mit Wechselakku” plant das Unternehmen, ab 2027 einen elektrischen Mittelklasse-Traktor auf den Markt zu bringen, der die Landwirtschaft revolutionieren soll.

    Das Konzept des neuen Traktors basiert auf einem innovativen Wechselakkusystem, das eine durchgehende Nutzung rund um die Uhr ermöglichen soll. Dies ist ein entscheidender Vorteil für landwirtschaftliche Betriebe, die oft lange Arbeitszeiten haben und auf zuverlässige Maschinen angewiesen sind. Der Traktor wird so konzipiert, dass er in beide Fahrtrichtungen steuerbar ist und mit einer Vielzahl von Anbaugeräten kompatibel ist, einschließlich Ladern, Mähwerken und Winterausrüstungen. Dadurch positioniert sich das Unternehmen als Anbieter einer universell einsetzbaren Zugmaschine, die flexibel auf unterschiedliche Betriebsanforderungen reagiert.

    Ein weiteres ambitioniertes Ziel von Diess E-Agrartechnik ist es, im ersten Jahr nach der Markteinführung preislich mit herkömmlichen Diesel-Traktoren konkurrieren zu können. Das Unternehmen gibt an, dass die Betriebskosten des E-Traktors um 50 Prozent unter denen konventioneller Traktoren liegen sollen. Dieses Versprechen stützt sich unter anderem auf den Einsatz von selbst erzeugtem Solarstrom. Landwirte könnten somit die Energie, die sie auf ihren eigenen Flächen produzieren, direkt für den Betrieb ihrer Maschinen nutzen.

    Herbert Diess betont, dass das Angebot über den Traktor hinausgehen wird. Geplant ist ein Gesamtsystem, das neben der Zugmaschine auch Ladewechselstationen, Solarladestationen und elektrische Anbaugeräte umfasst. Darüber hinaus denkt das Unternehmen langfristig über die Entwicklung von autonomen Landmaschinen nach. Um diese ehrgeizigen Pläne umzusetzen, hat Diess bereits einen etablierten Vertriebspartner für den deutschsprachigen Markt gewonnen und arbeitet mit weiteren Zulieferern zusammen.

    Aktuell sucht die Diess E-Agrartechnik AG eine Führungskraft mit Erfahrung in der Landwirtschaft, um ein weltweites Vertriebsnetz aufzubauen. Die Produktentwicklung läuft nach Unternehmensangaben planmäßig, und ein kompetentes Kernteam treibt das Vorhaben voran.

    Herbert Diess war im Sommer 2022 von Volkswagen ausgeschieden, nachdem es intern zu Differenzen über die Elektrostrategie gekommen war. Mit seiner Rückkehr in die Branche durch Diess E-Agrartechnik fokussiert er sich nun auf einen Sektor, in dem die Transformation zu elektrischen Antrieben noch in den Kinderschuhen steckt. Ob Diess jedoch die ambitionierten Preisversprechen und den Zeitplan zur Marktreife einhalten kann, bleibt abzuwarten.

  • E-Lkw in Deutschland besonders wirtschaftlich: Eine Analyse der Mautsysteme

    E-Lkw in Deutschland besonders wirtschaftlich: Eine Analyse der Mautsysteme

    LGR Reutlingen – 28 Mai 2026 | Die Wirtschaftlichkeit von Elektro-Lkw in Deutschland hat sich in den letzten Monaten entscheidend verbessert, insbesondere durch die Einführung CO₂-basierter Mautsysteme. Laut einer aktuellen Analyse der Logistikplattform Transporeon zeigt sich, dass die unterschiedlichen Mautregelungen in Europa erheblich darüber entscheiden, wie wirtschaftlich Elektro-Lkw bereits heute sind.

    Im Fokus der Untersuchung steht der Vergleich verschiedener europäischer Länder und deren spezifische Mautmodelle. Während in einigen Staaten CO₂-intensive Diesel-Lkw stark belastet werden, genießen batterieelektrische Lastwagen in Deutschland aktuell eine Mautbefreiung. Diese Regelung hat dazu geführt, dass die Total Cost of Ownership (TCO) im Fernverkehr zunehmend zugunsten von E-Lkw verschoben wird.

    Ein besonders eindrucksvolles Beispiel sind die Veränderungen, die seit Ende 2023 in Deutschland stattgefunden haben. Die CO₂-basierte Lkw-Maut hat für Diesel-Fahrzeuge erhebliche Zusatzkosten zur Folge, während E-Lkw nach wie vor von diesen Kosten befreit sind. Diese politischen Rahmenbedingungen fördern den Umstieg auf Elektro-Lkw und machen sie für viele Unternehmen attraktiver.

    Die Analyse von Transporeon zeigt jedoch, dass die Elektrifizierung im Straßengüterverkehr nicht ausschließlich von Fahrzeugpreisen, Batterietechnologie oder Ladeinfrastruktur abhängt. Vielmehr spielen nationale Mautsysteme eine zunehmend bedeutende Rolle. Für international tätige Speditionen kann dies entscheidend sein, da die Wirtschaftlichkeit von E-Lkw stark variiert, abhängig davon, durch welche Länder die Transporte führen.

    Staaten mit hohen CO₂-basierten Mautaufschlägen fördern den Umstieg auf Elektro-Lkw deutlich stärker als Länder, die auf klassische oder emissionsunabhängige Systeme setzen. Aktuelle Erfahrungen aus der Branche belegen, dass viele Unternehmen bereits jetzt von den Vorteilen elektrischer Nutzfahrzeuge profitieren. Eine Untersuchung des Öko-Instituts unter 57 Transportunternehmen mit E-Lkw zeigt, dass 93 Prozent der Befragten mit ihren Fahrzeugen zufrieden oder sehr zufrieden sind. Zu den Hauptvorteilen zählen neben den niedrigeren Energie- und Wartungskosten auch die Mautbefreiung, die im Fernverkehr erhebliche wirtschaftliche Unterschiede ausmachen kann.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt bleibt die Ladeinfrastruktur. Johannes Pallasch, Leiter der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, betont die Notwendigkeit eines dichten Schnellladenetzes entlang der Hauptverkehrsachsen. Speditionen benötigen eine verlässliche Ladeinfrastruktur, um europaweit elektrisch fahren zu können. Der Wettbewerb im Bereich Laden wird zunehmend entscheidend für sinkende Betriebskosten. Mit den mittlerweile hohen Reichweiten der Elektro-Lkw können Unternehmen durch geschickte Planung und die Nutzung von Ladeinfrastruktur an eigenen Standorten den Anteil an öffentlichem Laden, das oft kostspieliger ist, minimieren.

    Die Ergebnisse der Transporeon-Analyse verdeutlichen, dass nicht alle europäischen Länder die gleichen wirtschaftlichen Anreize für einen klimafreundlichen Güterverkehr setzen. Während CO₂-basierte Mautsysteme den Wechsel zu Elektro-Lkw massiv beschleunigen können, bleibt der finanzielle Druck in anderen Ländern deutlich geringer. Für die Logistikbranche wird die europäische Mautlandschaft somit zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. In Deutschland zeigt sich bereits jetzt, dass die TCO-Rechnung für viele Flottenbetreiber klar zugunsten von Elektro-Lkw ausfällt.