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  • Im Test: Sony REON Pocket Pro Plus – Persönliche Kühlung und Wärme für unterwegs und Büroalltag

    Im Test: Sony REON Pocket Pro Plus – Persönliche Kühlung und Wärme für unterwegs und Büroalltag

    LGR Reutlingen – 20 Juni 2026 | Es gibt Produkte, die sich nicht sofort in eine klassische Kategorie einordnen lassen. Der Sony REON Pocket Pro Plus ist so eines. Keine Klimaanlage, kein Ventilator, kein Heizkissen – vielmehr ein tragbares Thermogerät, das direkt am Nacken getragen wird und dort gezielt kühlen oder wärmen kann. Genau dieser Ansatz macht das Produkt so spannend: Statt den ganzen Raum zu verändern, konzentriert es sich auf das persönliche Temperaturgefühl. Unser Review Sony REON Pocket Pro Plus im Test Persönliche Kühlung und Wärme für unterwegs, Büro Alltag zeigt, ob das Konzept aufgeht.

    Gerade an heißen Tagen kennt man das Problem: Im Büro ist es zu warm, auf dem Weg zur Arbeit staut sich die Hitze, in der Bahn steht die Luft. Ein normaler Ventilator hilft unterwegs kaum, eine Klimaanlage hat man nicht immer zur Verfügung. Der REON Pocket Pro Plus geht hier einen ganz anderen Weg. Er sitzt diskret am oberen Rücken beziehungsweise im Nackenbereich und erzeugt dort ein kühlendes oder wärmendes Gefühl. Das Besondere ist nicht nur die Technik, sondern die Idee dahinter: Nicht die Umgebung zu kontrollieren, sondern das persönliche Wohlbefinden zu verbessern. Das macht ihn besonders interessant für Pendler, Büroarbeiter, Außendienstler, Messebesucher oder alle, die im Sommer schnell unter Hitze leiden und trotzdem unauffällig bleiben möchten. Gleichzeitig ist er auch im Winter spannend, weil er nicht nur kühlen, sondern in vier Stufen wärmen kann.

    Design und erster Eindruck

    Beim ersten Auspacken wirkt der Sony REON Pocket Pro Plus futuristisch, aber nicht übertrieben. Das Gerät ist hellgrau gehalten und bewusst unauffällig – genau das passt zum Konzept. Es soll nicht wie ein auffälliges Technikspielzeug wirken, sondern sich diskret unter Kleidung tragen lassen. Die Haupteinheit ist kompakt und sauber verarbeitet. Ohne Nackenbügel misst sie etwa 58 × 36 × 134 mm und wiegt rund 194 g. Mit montiertem Nackenbügel und kurzem Luftauslass liegen die Maße bei etwa 125 × 60 × 175 mm und das Gewicht bei rund 259 g. Mit verstellbarem Luftauslass wächst die Tiefe auf etwa 210 mm, das Gewicht liegt dann bei rund 270 g. Damit bleibt der REON Pocket Pro Plus angenehm tragbar, wirkt aber gleichzeitig solide.

    Der überarbeitete Nackenbügel ist einer der wichtigsten Punkte beim Tragegefühl. Er legt sich um den Hals und hält die Haupteinheit stabil am oberen Rücken. Besonders gut gefällt, dass der Bügel flexibel genug ist, um sich an unterschiedliche Körperformen anzupassen, aber trotzdem sicher sitzt – entscheidend für ein Wearable, das nicht ständig verrutschen darf.

    Technik und Tragekomfort

    Der REON Pocket Pro Plus arbeitet mit zwei unabhängigen Thermomodulen. Die Kontaktfläche besteht aus Edelstahl SUS316L. Das Gerät bietet im manuellen Modus fünf Kühlstufen und vier Wärmestufen. Dazu kommen smarte Modi wie SMART COOL, SMART COOL WARM und SMART WARM. Die Stromversorgung erfolgt über einen integrierten Lithium-Ionen-Akku, geladen wird per USB-C. Die Ladezeit liegt bei etwa 120 Minuten bis 80 Prozent und rund 200 Minuten bis voll. Die Laufzeiten variieren je nach Modus: Im Kühlmodus sind auf Stufe 1 bis zu 34 Stunden möglich, auf Stufe 5 etwa 5,5 Stunden. Im Wärmemodus liegen die Laufzeiten zwischen 10 und 5,5 Stunden. Im SMART COOL-Modus sind bis zu 15 Stunden drin. Das ist für ein Gerät dieser Art sehr ordentlich.

    Der Tragekomfort ist bei einem Wearable entscheidend. Der Nackenbügel sitzt sicher, ohne unangenehm eng zu wirken. Die Haupteinheit liegt stabil am Nacken an und bleibt auch bei normalen Bewegungen gut positioniert. Besonders angenehm: Das Gerät bleibt unter vielen Kleidungsstücken relativ unauffällig. Unter einem Hemd, Polo oder leichter Jacke fällt es nicht sofort auf. Das Gewicht von 259 bis 270 g spürt man anfangs, aber nach kurzer Eingewöhnung fällt es kaum noch auf. Für intensive sportliche Aktivitäten ist es nicht gedacht, aber für Alltag, Pendeln und leichte Bewegung passt es sehr gut.

    Kühlleistung und Wärmemodus

    Die Kühlfunktion ist das Herzstück. Statt Luft in den Raum zu blasen, arbeitet das Gerät direkt über die Kontaktfläche am Körper. Die Kühlung setzt schnell ein und fühlt sich besonders am Nacken angenehm an. Im Alltag ist der Effekt vor allem dann spürbar, wenn man aus einer warmen Umgebung kommt. Der REON Pocket Pro Plus ersetzt keine Klimaanlage, aber er kann das persönliche Wärmegefühl deutlich angenehmer machen. Die Zieloberfläche von etwa 20 °C sorgt dafür, dass sich die Kühlung kräftig, aber nicht unangenehm extrem anfühlt. Die mehreren Stufen bieten Flexibilität: In einem leicht warmen Büro reicht oft eine niedrigere Stufe, bei großer Hitze eine höhere.

    Der Wärmemodus macht den REON Pocket Pro Plus ganzjährig nutzbar. Vier Wärmestufen stehen zur Verfügung, und gerade bei kühlem Büroklima oder Zugluft fühlt sich die Wärme am Nacken wohltuend an. Auch hier gilt: Der Effekt ist lokal und persönlich, genau das macht ihn kontrollierbar.

    Smarte Steuerung und REON Pocket Tag 2

    Die App-Steuerung bietet viel Komfort. Modi, Stufen und smarte Funktionen lassen sich übersichtlich einstellen. Besonders interessant ist die Kombination mit dem REON Pocket Tag 2. Dieser kleine Sensor misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Umgebung und hilft dem System, smarter zu reagieren. Der Tag ist leicht, kompakt und kann dank Schlaufe und Karabiner flexibel befestigt werden. Die CR2032-Knopfzelle hält etwa ein Jahr. Im SMART COOL-Modus merkt man, dass das Gerät nicht nur starr eine Stufe ausführt, sondern sich an die Umgebung anpasst. Die AUTO START/STOP-Funktion startet das Gerät automatisch, wenn es am Nacken getragen wird, und stoppt es beim Abnehmen – ein kleines Detail, das im Alltag sehr angenehm ist.

    Geräuschentwicklung und Diskretion

    Ein wichtiger Punkt bei einem tragbaren Gerät ist die Lautstärke. Der REON Pocket Pro Plus arbeitet angenehm zurückhaltend. Man hört den Lüfter natürlich, besonders auf höheren Stufen, aber das Geräusch bleibt kontrolliert. In leisen Räumen ist es wahrnehmbar, aber nicht unangenehm. Auf niedrigeren Stufen ist das Gerät sehr diskret. Auch optisch bleibt es unauffällig – die hellgraue Farbe und der anpassbare Luftauslass tragen dazu bei.

    Der Luftauslass ist beim Pro Plus besonders interessant. Er lässt sich in Länge und Winkel anpassen, damit warme Abluft besser von Kleidung und Körper weggeführt wird. Das ist wichtig, weil ein tragbares Thermogerät Wärme abführen muss, um effektiv kühlen zu können. Je nach Kleidung sitzt der Luftauslass anders – die Anpassbarkeit macht den REON Pocket Pro Plus vielseitiger.

    Fazit: Für wen lohnt sich der Sony REON Pocket Pro Plus?

    Der Sony REON Pocket Pro Plus ist ein sehr gelungenes Premium-Wearable für persönliche Kühlung und Wärme. Er ist nicht für jeden zwingend notwendig, aber für die richtige Zielgruppe unglaublich spannend. Wer Hitze im Alltag als störend empfindet, viel pendelt, häufig in warmen oder wechselnden Umgebungen arbeitet oder einfach mehr Kontrolle über das eigene Temperaturgefühl möchte, bekommt hier eine moderne, diskrete und sehr hochwertige Lösung. Der Preis von 229 Euro positioniert ihn klar im Premiumsegment, aber die Kombination aus starker Kühlleistung, verbessertem Sitz, diskreter Optik und der Möglichkeit, auch zu wärmen, macht ihn zu einem cleveren Komfortprodukt. Unser Review Sony REON Pocket Pro Plus im Test Persönliche Kühlung und Wärme für unterwegs, Büro Alltag kommt zu dem Schluss: Dieses Wearable kann den Alltag an heißen und kühlen Tagen spürbar angenehmer machen.

  • Baseus Spacemate RD1 Pro im Test: Auch ohne Thunderbolt eine überzeugende Dockingstation

    Baseus Spacemate RD1 Pro im Test: Auch ohne Thunderbolt eine überzeugende Dockingstation

    LGR Reutlingen – 17 Juni 2026 | Baseus Spacemate RD1 Pro im Test Auch ohne Thunderbolt eine gute Docking Station – das ist die provokante Überschrift, die den Kern des Artikels bereits umreißt: Eine Dockingstation, die sich optisch hervorhebt und trotz des Verzichts auf das inzwischen als Standard geltende Thunderbolt‑Protokoll versucht, den Nutzer mit einem breiten Funktionsumfang zu überzeugen.

    Der erste Eindruck entsteht bereits beim Auspacken. In der kompakten, mattschwarzen Box finden wir das eigentliche Spacemate RD1 Pro, ein 180‑Watt‑GaN‑Netzteil, ein 0,8‑Meter‑USB‑C‑Kabel, sowie eine Kurzanleitung. Das Design wirkt futuristisch: Eine glänzende Metalloberfläche, abgerundete Kanten und ein integriertes, magnetisches Qi2‑Ladepad, das sich von 0 bis 90 Grad neigen lässt. Die Möglichkeit, Geräte bis zu 25 W kabellos zu laden, hebt das Gerät von vielen Konkurrenzprodukten ab.

    Baseus Spacemate RD1 Pro im Test Auch ohne Thunderbolt eine gute Docking Station – das Zusammenspiel von Anschlüssen und Leistung

    Die Anschlussvielfalt ist beachtlich. Auf der Vorderseite befinden sich zwei USB‑C‑Ports, die ausschließlich zum Laden vorgesehen sind, sowie zwei USB‑A‑Ports (USB 3.2 Gen 1, 5 Gbps). Auf der Rückseite finden sich weitere vier USB‑A‑Ports (zwei USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbps und zwei USB 2.0 mit 480 Mbit/s), zwei USB‑C‑Ports (USB 3.2 Gen 2, datenintensiv, aber nicht ladend), zwei HDMI‑Ausgänge (einer mit 4K @ 120 Hz, der andere auf 60 Hz limitiert) sowie ein Gigabit‑Ethernet‑Port und Kartenleser für SD‑ und microSD‑Karten. Zusätzlich gibt es einen USB‑C‑Host‑Port, der als Schnittstelle zum Laptop dient und bis zu 100 W Power‑Delivery liefert.

    Ein interessantes Feature ist das kleine Frontdisplay. Es informiert in Echtzeit, welche Ports gerade belegt sind, wie viel Leistung verteilt wird und welchen Betriebsmodus das Dock gerade nutzt. Durch einen Knopf lässt sich zwischen “Hybrid Mode” – voller Funktionsumfang – und “Charging Mode” – reiner Ladestrom – umschalten. Diese Transparenz ist für Power‑User ein echter Mehrwert.

    Die Gesamtleistung von 160 W wird über alle Anschlüsse verteilt. In der Praxis bedeutet das, dass bei Anschluss eines leistungshungrigen Laptops (z. B. ein Surface Laptop 7 mit Snapdragon X) und gleichzeitigem Laden des Smartphones über das Qi‑Pad die verbleibende Leistung für weitere Peripheriegeräte schnell zur Grenze führt. Das ist ein typisches Szenario bei GaN‑basierten Docks, bei denen die Energieverwaltung clever, aber nicht unbegrenzt ist.

    Ein Kritikpunkt: Die Position der Cardreader auf der Rückseite erweist sich im Dauerbetrieb als unhandlich. Wer häufig Speicherkarten wechselt, muss das Dock umdrehen oder im Dunkeln einstecken – ein Ärgernis, das jedoch durch das Fehlen eines Front‑Cardreaders erklärt wird, da dort das Display Platz einnimmt.

    Warum kein Thunderbolt?

    Baseus begründet den Verzicht mit dem Fokus auf Vielseitigkeit und Lizenzkosten. Thunderbolt‑Lizenzen seien nach wie vor teuer, und die meisten Nutzer hätten keinen Bedarf an den maximalen Durchsatz von 40 Gbps. Für einen Preis von rund 260 Euro liegt das RD1 Pro im Mittelfeld: Thunderbolt‑Docks kosten oft deutlich mehr, während das Baseus‑Modell mit seiner breiten Anschlusspalette und dem Qi‑Ladepad ein attraktives Preis‑Leistungs‑Verhältnis bietet.

    Allerdings hat der fehlende Thunderbolt‑Support konkrete Folgen. Unter macOS können über einen einzigen USB‑C‑Port keine unabhängigen Bildsignale an zwei Monitore gesendet werden – beide zeigen das gleiche Bild. Echter Multi‑Monitor‑Betrieb funktioniert daher nur unter Windows, wo die Treiber die Aufteilung von HDMI‑ und USB‑C‑Videoausgängen ermöglichen. Für Nutzer, die primär macOS einsetzen, stellt das einen entscheidenden Nachteil dar.

    Markt‑ und Branchenimplikationen

    Der Trend zu Dockingstationen mit integriertem Kabellademodul spiegelt die wachsende Erwartungshaltung an mobile Arbeitsplätze wider. Unternehmen investieren in flexible Arbeitsplätze, und Geräte wie das Spacemate RD1 Pro ermöglichen ein schnelles „Plug‑and‑Play“ ohne zusätzliches Ladeequipment. Gleichzeitig zeigen die Lizenzkosten für Thunderbolt, dass Hersteller nach kosteneffizienten Alternativen suchen, um ihre Produkte preislich attraktiv zu halten.

    Aus Sicht der Lieferkette ist die Nutzung von GaN‑Technologie bemerkenswert: Sie erhöht die Energieeffizienz und reduziert die Wärmeentwicklung, was wiederum die Lebensdauer des Geräts verlängert. Hersteller, die frühzeitig auf GaN umsteigen, können sich Wettbewerbsvorteile sichern, da Kunden zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit legen.

    Preislich liegt das Dock bei 259,99 Euro, lässt sich jedoch dank eines Aktionscodes bis zum 21. Juni auf 199,99 Euro reduzieren. Für professionelle Nutzer, die mehrere Geräte gleichzeitig betreiben und ein elegantes, platzsparendes Design schätzen, ist das Angebot somit attraktiv.

    Ein weiteres Marktzeichen ist die Integration von Qi‑2‑Ladepads, die höhere Leistungen (bis zu 25 W) ermöglichen. Während klassische Induktionspads mit 5–10 W auskommen, eröffnet die höhere Leistung neue Nutzungsszenarien, etwa das gleichzeitige Laden von Laptop‑Batterien und Smartphones. Die Konkurrenz hat hier noch Nachholbedarf, was Baseus einen kurzfristigen Vorsprung verschafft.

    Die Entscheidung zwischen Thunderbolt‑ und Nicht‑Thunderbolt‑Docks hängt stark vom eingesetzten Ökosystem ab. Unternehmen, die stark auf macOS setzen, werden weiterhin in teurere Thunderbolt‑Lösungen investieren, während Windows‑Dominierte von den flexiblen, günstigeren Varianten profitieren können. Das Spacemate RD1 Pro positioniert sich klar im Segment der Windows‑User, die auf ein umfassendes Anschluss-Portfolio ohne das Premium‑Label Thunderbolt setzen wollen.

    Fazit und Ausblick

    Baseus Spacemate RD1 Pro im Test Auch ohne Thunderbolt eine gute Docking Station – das Fazit lautet, dass das Gerät trotz des fehlenden Thunderbolt‑Ports überzeugend ist, solange die Nutzer die geringere Bandbreite akzeptieren. Das Qi‑2‑Ladepad, das informative Frontdisplay und die Vielzahl an USB‑C‑ und HDMI‑Ports machen das Dock zu einem praktischen Begleiter für den modernen Arbeitsplatz. Fehlende Features wie ein 3,5‑mm‑Audio‑Jack und ein zu kurzes USB‑C‑Kabel mindern den Gesamteindruck nur geringfügig.

    Für Unternehmen und Power‑User, die ein flexibles, preisgünstiges Docking‑Solution suchen, ist das Spacemate RD1 Pro ein empfehlenswerter Kandidat. Die wachsende Akzeptanz von GaN‑Netzteilen und kabellosen Ladepads dürfte den Trend weiter beflügeln, während Thunderbolt‑Kompatibilität vermutlich ein Nischenmarkt bleibt, der von Premium‑Herstellern dominiert wird.

  • Fame BC-100 Bass Combo Test: Kompakter Arbeitsverstärker mit überraschender Power

    Fame BC-100 Bass Combo Test: Kompakter Arbeitsverstärker mit überraschender Power

    LGR Reutlingen – 07 Juni 2026 | Kleine Bass-Combos haben in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Wo früher entweder Leistung oder Transportabilität geopfert werden mussten, liefern moderne Class-D-Konzepte heute erstaunlich viel Lautstärke aus vergleichsweise kompakten Gehäusen. Genau in diese Kategorie fällt auch der kleine Bruder des Fame BC-500, der Fame BC-100 Bass Combo. Der Verstärker richtet sich nicht an Boutique-Fans oder Vintage-Puristen, sondern an Bassisten, die einen unkomplizierten, bezahlbaren und gleichzeitig bühnentauglichen E-Bass-Amp suchen. Mit einem Straßenpreis von rund 199 Euro positioniert sich der BC-100 klar im Einstiegs- bis unteren Mittelklassebereich. Interessant wird das Gerät aber vor allem dadurch, dass es deutlich erwachsener wirkt, als der Preis zunächst vermuten lässt. Gerade für Bassisten, die einen zuverlässigen Combo für Proberaum, kleinere Live-Gigs oder als Monitor-Lösung auf der Bühne benötigen, kann der Fame BC-100 Bass Combo Test eine überraschend praxisnahe Lösung sein.

    Verarbeitung und Gehäuse: Robust statt Boutique

    Der erste Eindruck des Fame BC-100 ist angenehm unspektakulär. Das Gehäuse wirkt solide gebaut, die Verarbeitung hinterlässt keinen billigen Eindruck und auch die Potis sitzen erfreulich fest im Chassis. Gerade bei günstigen Bass-Amps findet man häufig wackelige Regler oder leichtgängige Potis, die sich im Live-Alltag schnell verstellen. Hier fühlt sich der BC-100 deutlich wertiger an. Die Regler laufen vergleichsweise schwer, was im Bühnenbetrieb tatsächlich ein Vorteil ist. Einmal eingestellt, bleibt der Sound dort, wo er sein soll.

    Das gesamte Gehäuse vermittelt eher den Eindruck eines klassischen Arbeitsgeräts als eines ultraleichten Lifestyle-Amps. Mit 14,25 Kilogramm gehört der Combo allerdings nicht zu den federleichten Vertretern moderner Class-D-Technik. Für einen 1×12-Bass-Combo ist das Gewicht noch absolut transportabel, ultrakompakt wirkt der BC-100 aber nicht. Dafür bekommt man ein stabiles Gehäuse, das auch häufige Proberaum- und Bühnenwechsel problemlos wegstecken dürfte. Praktisch ist die Tilt-Back-Funktion: Der Verstärker lässt sich nach hinten anwinkeln und damit wie ein Bühnenmonitor nutzen. Genau dort spielt der BC-100 seine Stärke aus – der Sound erreicht den Spieler direkter und klarer als im klassischen Frontbetrieb. Allerdings fällt auf, dass die Auflagefläche in dieser Position relativ kurz geraten ist. Auf ruhigen Bühnen funktioniert das problemlos, bei bewegungsintensiven Live-Situationen oder vibrierenden Bühnenkonstruktionen wirkt die Konstruktion etwas kippelig.

    Anschlüsse und Integration in moderne Bass-Rigs

    Der Fame BC-100 konzentriert sich auf das Wesentliche, bietet dabei aber genau die Anschlüsse, die im modernen Bass-Alltag tatsächlich relevant sind. Besonders praxisnah ist der Direct-Out im XLR-Format mit Pre/Post-Schalter. Gerade in Verbindung mit Effektpedalen oder Multieffekten wird das interessant. Im Test wurde der Combo zusammen mit einem ZOOM B1 Four genutzt. Über den Post-Modus ließ sich das komplette bearbeitete Signal inklusive Effektboard direkt an die PA schicken. Genau diese Flexibilität fehlt vielen günstigen Bass-Combos. Im Live-Betrieb auf einem Dorffest funktionierte das ausgesprochen gut: Der BC-100 übernahm die Bühnenbeschallung beziehungsweise das persönliche Monitoring, während das bearbeitete Signal parallel sauber an die PA weitergegeben wurde. Dass man selbst entscheiden kann, ob nur der reine Amp-Sound oder das komplette Effekt-Setup am DI-Out anliegt, ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Hinzu kommen ein Aux-Eingang für Zuspieler sowie ein Kopfhöreranschluss. Gerade für Zuhause für leise Bass-Sessions bleibt der BC-100 dadurch vielseitig einsetzbar.

    Bedienung und Workflow im Alltag

    Der BC-100 verfolgt ein angenehm direktes Bedienkonzept. Kein Menü, keine Presets, keine überladenen Zusatzfunktionen – stattdessen klassische Klangregelung und unmittelbare Eingriffe in den Sound. Der 3-Band-EQ konzentriert sich auf die Frequenzbereiche, die im Bandkontext relevant sind. Der Bass-Regler greift tief genug ins Fundament ein, um einem passiven Jazz Bass mehr Volumen zu geben oder moderne Fünfsaiter kontrollierter wirken zu lassen. Gerade auf kleinen Bühnen oder in akustisch schwierigen Räumen hilft es, die tiefsten Frequenzen etwas zurückzunehmen, damit der Sound definierter bleibt und nicht mit Kickdrum oder PA-Subwoofern kollidiert. Dreht man den Bass moderat auf, entwickelt der 12-Zoll-Speaker gleichzeitig erstaunlich viel Druck, ohne schwammig zu wirken.

    Besonders wichtig für den Gesamtcharakter des BC-100 ist allerdings der Low-Mid-Bereich. Hier entsteht ein großer Teil der Durchsetzungskraft eines E-Basses, vor allem im Zusammenspiel mit Gitarren und Schlagzeug. Der Regler beeinflusst Wärme, Punch und Holzigkeit des Sounds und entscheidet letztlich darüber, ob sich der Bass eher kompakt im Bandgefüge einfügt oder präsenter nach vorne tritt. Gerade Fingerstyle-Spiel profitiert davon, weil sich der Ton klarer verankern lässt, ohne künstlich aggressiv zu wirken. Gleichzeitig lassen sich darüber auch jene leicht topfigen Frequenzanteile kontrollieren, die der BC-100 in bestimmten Einstellungen entwickeln kann.

    Der Treble-Regler arbeitet vergleichsweise musikalisch und nicht übermäßig scharf. Slap-Sounds erhalten mehr Attack, moderne Aktivbässe mehr Präsenz und auch Plektrum-Spiel setzt sich deutlicher durch, ohne unangenehm harsch zu wirken. Gleichzeitig bleibt genug Spielraum, um Höhen für wärmere Vintage-Sounds bewusst zurückzunehmen. Sehr gelungen ist außerdem die Shape-Funktion. Dabei handelt es sich nicht einfach um einen starren Contour-Schalter, sondern um ein variables Filter mit regelbarer Centerfrequenz. Dadurch lässt sich der Eingriff deutlich gezielter abstimmen als bei vielen vergleichbaren Bass-Amps. Im praktischen Einsatz funktioniert das überraschend musikalisch: Die leichte Betonung der oberen Mitten, die den Verstärker gelegentlich etwas kompakt wirken lässt, kann damit effektiv geglättet werden. Mit etwas Feinarbeit entsteht so ein deutlich offeneres und ausgewogeneres Klangbild. Insgesamt wirkt der BC-100 tonal eher modern und direkt, lässt sich über EQ und Shape-Funktion aber flexibel an unterschiedliche Bässe und Spielsituationen anpassen – vom mittigen Rock-Sound bis hin zu breiteren, cleaneren Band-Setups.

    Klangcharakter des Fame BC-100 Bass Combo

    Klanglich positioniert sich der BC-100 klar als moderner Arbeitsverstärker. Der Sound ist direkt, relativ schnell in der Ansprache und besitzt genügend Definition. Gleichzeitig fehlt ihm die weiche Kompression oder organische Tiefe klassischer Röhren- oder Vintage-Transistor-Amps. Der 12-Zoll-Lautsprecher liefert ein ausgewogenes Fundament und bleibt auch bei höheren Lautstärken kontrolliert. Überraschend ist vor allem die Lautstärke-Reserve. Für einen 100-Watt-Combo entwickelt der BC-100 erstaunlich viel Schalldruck. Im Proberaum musste der Master-Regler nicht einmal bis zur Hälfte aufgedreht werden, um sich problemlos gegen Schlagzeug und Gitarren durchzusetzen. Auch live blieb ausreichend Headroom vorhanden. Gerade als Bühnenmonitor oder kompakte Backline-Lösung funktioniert das Konzept überzeugend. Der Gain-Regler liefert zusätzlich genügend Reserven für leicht angezerrte Sounds. Dabei bleibt der Charakter eher kontrolliert und modern als aggressiv oder röhrig. Wer extreme Vintage-Sättigung sucht, wird hier nicht glücklich. Für leichtes Anrauen oder druckvolle Rock-Sounds reicht das aber vollkommen aus.

    Praxis-Einsatz zwischen Proberaum und Live-Bühne

    Seine größte Stärke zeigt der Fame BC-100 im echten Musikeralltag. Der Verstärker funktioniert unkompliziert, liefert schnell brauchbare Sounds und integriert sich problemlos in moderne Bass-Setups. Gerade Bassisten, die mit Multieffekten oder Pedalboards arbeiten, profitieren vom flexiblen DI-Out. Der Combo eignet sich hervorragend als persönliche Bühnenabhöre, während das eigentliche Signal sauber an die PA weitergegeben wird. Auch als klassischer Proberaum-Amp macht der BC-100 eine gute Figur. Die Lautstärke reicht locker aus, der EQ arbeitet effektiv und durch den Kopfhörerausgang bleibt der Verstärker auch zuhause sinnvoll nutzbar. Weniger geeignet ist der BC-100 dagegen für Bassisten, die stark nach Vintage-Charakter, komplexer Röhrendynamik oder maximaler Feinauflösung suchen. Dafür ist der Verstärker klanglich zu pragmatisch ausgelegt.

    Fazit zum Fame BC-100 Bass Combo Test

    Der Fame BC-100 Bass Combo ist kein Boutique-Amp und versucht das auch gar nicht zu sein. Stattdessen liefert er genau das, was viele Bassisten tatsächlich brauchen: ausreichend Leistung, solide Verarbeitung, praxisnahe Ausstattung und eine unkomplizierte Bedienung. Vor allem die enorme Lautstärke für die kompakte Größe überrascht positiv. Dazu kommt ein sinnvoll umgesetzter DI-Out mit Pre/Post-Umschaltung, der den Verstärker auch im Live-Betrieb deutlich flexibler macht als viele Konkurrenten in dieser Preisklasse. Klanglich besitzt der BC-100 zwar eine leichte Tendenz zu oberen Mitten und wirkt nicht ganz so offen oder edel wie deutlich teurere Bass-Amps. Mit etwas EQ-Arbeit lässt sich das aber gut kontrollieren. Für rund 199 Euro bekommt man hier einen erstaunlich erwachsenen E-Bass-Amp, der im Proberaum, auf kleineren Bühnen oder als unkomplizierte Monitor-Lösung absolut überzeugen kann.

    • Pro: Überraschend laut für die Größe, flexibler DI-Out mit Pre/Post-Schalter, solide Verarbeitung und praxisnaher EQ
    • Contra: Relativ hohes Gewicht, angewinkelte Position etwas kippelig, Klangcharakter teilweise leicht topfig
  • Laney Prism-Mini im Test: Großer Sound in kleiner Box – Ein kompaktes Powerhouse für unterwegs

    Laney Prism-Mini im Test: Großer Sound in kleiner Box – Ein kompaktes Powerhouse für unterwegs

    LGR Reutlingen – 07 Juni 2026 | Es gibt nur wenige Hersteller, die den Sound ganzer Musikgenres geprägt haben. Laney, der britische Verstärkerpionier, gehört zweifellos dazu. Vor fast 60 Jahren verhalf das Unternehmen einem jungen Tony Iommi mit dem LA100BL zum ikonischen Sabbath-Sound und legte damit den Grundstein für den Metal. Sechs Jahrzehnte später hat sich die Welt der Gitarrenverstärker radikal verändert. Digitale Modelling-Verstärker dominieren den Markt, während kraftvolle Röhren-Amps mit dreistelligen Wattzahlen und ohne Master Volume für die aktuelle Generation an Bedroom-Shreddern und TikTok-Gitarristen kaum noch relevant sind. Auch Laney hat sich weiterentwickelt und bietet mit dem Laney Prism-Mini einen kompakten Verstärker, der speziell für den Einsatz zwischen Wohnzimmer, Park-Jam-Sessions und lautlosem Üben im Reisebus konzipiert wurde. Unser Laney Prism-Mini im Test zeigt, ob der kleine Amp hält, was er verspricht.

    Laney Prism-Mini im Test: Großer Sound in kleiner Box – Das erste Fazit

    Der Laney Prism-Mini kommt in einem schlichten Karton, der nahezu vollständig vom Verstärker ausgefüllt wird. Beiliegend sind nur ein kleines Booklet mit Sicherheitshinweisen und ein USB-C-Kabel zum Laden des internen Akkus. Das Gehäuse aus sattblauem Kunststoff ist deutlich am Styling der beliebten Lionheart-Serie orientiert – eine schwarze Version im Ironheart-Look ist ebenfalls erhältlich. Auf der Rückseite finden sich ein Kopfhöreranschluss im 3,5-mm-Klinkenformat und der USB-C-Anschluss. Leider fehlen ein Gürtelclip oder eine Aufnahme für einen Tragegurt, was die mobilen Aspekte des Amps noch unterstreichen würde. Dennoch ist der Laney Prism-Mini handlich genug, um schnell im Handgepäck zu verschwinden.

    Nach dem Einschalten überrascht das hochwertige 1,77-Zoll-Farbdisplay, das mit einer Diagonale von etwa 4,5 cm perfekte Abmessungen für den Heimgebrauch bietet. Das aktuell ausgewählte Preset, der Akkuladestand und die aktiven Effektblöcke lassen sich auch auf Armlänge gestochen scharf ablesen. Die gesamte Menüführung erfolgt über einen großen, gerasterten Parameter-Drehregler, der gleichzeitig als Eingabe-Button dient. Dreht man den Regler gleich nach dem Anschalten, kann man sich durch die 100 Presets hören – die ersten 50 sind als Factory-Presets markiert und bieten Klassiker vom Brown-Sound für Van-Halen-Fans über eine gelungene Interpretation von Prince’ „Purple Rain“ bis hin zu Blues-Sound à la B.B. King. Die hinteren 50 User-Presets sind ab Werk mit den Factory-Presets identisch und können nach Belieben überschrieben werden.

    Modelling und Effekte: Ein digitales Kraftpaket

    Hier beginnt der eigentliche Spaß. Mit 17 verschiedenen Amp-Simulationen und 32 Effekten lässt sich eine Menge anstellen. Jedes Preset ist gleich aufgebaut und bietet acht DSP-Blöcke: zwei für Amp und Cabinet, sowie je einen für Modulation, Delay, Reverb, EQ, Drive und einen weiteren Block für Pre-Effekte wie Kompressor oder Noise Gate. Manche Blöcke lassen sich in der Effektreihenfolge verschieben, allerdings nur eingeschränkt – so ist es nicht möglich, das Noise Gate zwischen Drive-Pedal und Amp zu platzieren. Wer seinen Delay-Effekt lieber vor dem Reverb haben möchte, kann das mit wenigen Klicks umsetzen. Die Bearbeitung ist intuitiv: Ein Klick auf den Parameter-Regler wählt einen Effekt aus, im Untermenü lässt er sich an- oder ausschalten, der Effekttyp auswählen und die Parameter anpassen.

    Für die Wiedergabe sorgen zwei speziell für den Laney Prism-Mini gefertigte 1,5-Zoll-Custom-Lautsprecher in Stereo-Konfiguration. Mit insgesamt 6 Watt Leistung können sie natürlich nicht mit der Fülle eines 12-Zoll-Lautsprechers mithalten, aber sie überraschen mit einem erstaunlich kraftvollen Sound, der auch anspruchsvolle Raumeffekte klar und differenziert artikuliert. Besonders im Vergleich mit Referenztracks, die sich per Bluetooth einspielen lassen, zeigt sich die Qualität der Lautsprecher. Die Ansprache ist knackig und responsiv, lediglich die tiefen Sub-Bässe gehen im Gesamtmix manchmal unter. Wer das volle klangliche Potenzial ausschöpfen möchte, wechselt besser auf ein gutes Paar Studio-Kopfhörer. Im Test mit einem Audio-Technica ATH-M50X und einem Beyerdynamic DT 770 PRO offenbart sich bereits ab den ersten Tönen, dass hier professionelles Modelling unter der Haube steckt. Der Laney Prism-Mini ist keine Spielerei, sondern ein ernstzunehmendes Sound-Aggregat.

    Audio-Interface und App-Steuerung

    Der USB-C-Anschluss dient nicht nur zum Laden, sondern auch als Audio-Interface für Aufnahmen in professioneller Qualität. Wer einen Audio-PC, ein Tablet mit DAW oder ein ähnliches Gerät besitzt, kann den Laney Prism-Mini nahtlos in sein Setup integrieren und die internen Sounds mit gängiger Recording-Software aufnehmen. Die dazugehörige Tone Wizard App für iOS und Android bietet zwar keine neuen Effektparameter, aber einen exklusiven Zugriff auf eine Drum-Sektion mit verschiedenen Loops aus Electronic, Pop, Funk und World Music. Tempo und Lautstärke sind anpassbar, die Wiedergabe lässt sich steuern. Allerdings muss eine Verbindung per Bluetooth Audio hergestellt sein, damit die Drums über den Laney Prism-Mini abgespielt werden – sonst ertönen sie aus dem Smartphone.

    Der Laney Prism-Mini im Test zeigt: Für knapp über 100 Euro bekommt man erstaunlich gut klingende Gitarrensounds, eine kompakte Boombox für Küche und Wohnzimmer und einen praktischen Begleiter für unterwegs. Die allgemeine Klangqualität, das Design und die Bedienbarkeit sind top, lediglich die beiden Stereo-Lautsprecher stoßen bei höheren Lautstärken an ihre Grenzen. Wer ein gutes Paar Kopfhörer dabei hat, kann dem Laney Prism-Mini sagenhafte Sounds entlocken. Pro: Erstaunlich gute Modelling-Sounds, handliches Design, gute Bedienbarkeit, umfangreicher Funktionsumfang. Contra: Lautsprecher kommen schnell an ihre Grenzen, Drum-Sektion nur per Smartphone-App nutzbar.