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    Leapmotor B05: Kompaktklasse für 26 900 Euro im europäischen Wettbewerb

    LGR Reutlingen – 15 Juni 2026 | Der Leapmotor B05 Kompaktklasse für 26 900 Euro präsentiert sich als überraschend gut ausgestattetes Elektroauto, das weder in die Kleinwagen‑Kategorie gedrängt wird, noch bei Reichweite oder Ladegeschwindigkeit Kompromisse eingeht. Mit einem Preis, der deutlich unter den etablierten Marken liegt, könnte das chinesische Unternehmen damit die deutschen Kompaktklassenmärkte neu durchmischen.

    Leapmotor B05 Kompaktklasse für 26 900 Euro – ein Preis, der überrascht

    Der neue Schrägheck‑Fünftürer misst 4,43 Meter in der Länge und bietet dank eines Radstands von 2,74 Metern ein großzügiges Platzangebot im Innenraum. Der Laderaum von 345 Liter lässt sich mit umlegbarer Rückbank auf bis zu 1.400 Liter ausbauen – ein Volumen, das selbst in der deutschen Mittelklasse selten zu finden ist. Die Proportionen wirken dabei ausgewogen, sodass das Fahrzeug trotz seiner Größe nicht überdimensioniert wirkt.

    Unter der Haube arbeitet ein eigens entwickelter Hinterrad‑Elektromotor mit 160 kW (218 PS) und einem Drehmoment von 240 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, was für den alltäglichen Stadt‑ und Vorortverkehr mehr als ausreichend ist. Der Fokus liegt klar auf Komfort und Effizienz, nicht auf sportlicher Höchstleistung.

    Die Reichweite wird durch das 67‑kWh‑Batteriepaket ermöglicht, das bei einem kombinierten Verbrauch von 15,9 kWh/100 km nach WLTP‑Normen eine Reichweite von rund 480 km liefert. Das Laden erfolgt mit bis zu 168 kW an Schnellladestationen, wodurch die Akkukapazität von 10 % auf 80 % in etwa 24 Minuten erreicht wird. An herkömmlichen 11‑kW‑Ladestationen dauert das Laden deutlich länger, bleibt aber für den Hausgebrauch akzeptabel.

    Das Interieur besticht durch ein puristisches Design, ein 14,6‑Zoll‑Touch‑Display als zentrales Bedienelement und ein 8,8‑Zoll‑Instrumentencluster, das jedoch recht klein ausfällt. Ein Head‑Up‑Display fehlt, und die schalterlose Bedienung kann in kritischen Situationen als unübersichtlich empfunden werden. Die Frontsitze sind mit Kunstleder bezogen und bieten einen komfortablen Sitzkomfort, während im Fond Sitzheizungen und umfangreiche Verstellmöglichkeiten fehlen.

    Ein großes Panoramadach sorgt für ein helles Raumgefühl und verstärkt das Gefühl von Freiheit, das viele Elektroautokäufer suchen. Die Geräuschentwicklung im Innenraum ist selbst bei höheren Geschwindigkeiten niedrig, was das Fahrerlebnis angenehm macht.

    Die Fahrwerksabstimmung wurde im Entwicklungszentrum in Turin vorgenommen, sodass der europäische Leapmotor B05 ein strafferes und direkteres Fahrverhalten bietet als die chinesische Vorserie. In schnellen Kurven wirkt das Fahrzeug etwas wankelig, und die Lenkung liefert nicht die gewünschte Rückmeldung, doch die Bremsen lassen sich gut dosieren und das Gesamterlebnis bleibt komfortabel.

    Preislich liegt die Basisausstattung bei 26.900 Euro. Wer das größere 67‑kWh‑Akkupaket wählt, zahlt rund 29.400 Euro. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie dem VW Golf oder dem Renault Clio‑E‑Tech ist das Angebot preislich attraktiv, wobei die Ausstattung nicht beliebig individualisierbar ist – fünf Lackfarben stehen zur Auswahl, weitere Sonderausstattungen bleiben jedoch außen vor.

    Die strategische Bedeutung dieses Modells für Leapmotor ist nicht zu unterschätzen. Mit dem B05 versucht das Unternehmen, den europäischen Markt zu betreten und sich gegen etablierte Marken zu positionieren, die seit Jahren die Kompaktklasse dominieren. Der Preis von 26 900 Euro könnte insbesondere preissensible Käufer anziehen, die bislang wegen der hohen Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen gezögert haben.

    Aus Sicht der Branche wirft das Modell Fragen nach der Nachhaltigkeit der Preisgestaltung auf. Leapmotor muss langfristig sicherstellen, dass die niedrigen Margen nicht zu Lasten von Service‑ und Garantieleistungen gehen. Zudem könnte die begrenzte Modellvielfalt bei der Innenausstattung die Akzeptanz bei Kunden mindern, die hohe Individualisierungswünsche haben.

    Dennoch zeigt der B05, dass ein chinesischer Hersteller bereit ist, mit einem konkurrenzfähigen Produkt in die europäischen Gefilde vorzustoßen. Sollte das Fahrzeug positive Resonanz bei Kunden und Kritiken erhalten, könnte es den Preisdruck auf etablierte Hersteller erhöhen und die Dynamik im Segment weiter ankurbeln.

    Zusammengefasst bietet der Leapmotor B05 ein bemerkenswertes Preis‑Leistungs‑Verhältnis, das insbesondere für Stadtpendler und Familien mit begrenztem Budget attraktiv ist. Die Kombination aus ausreichender Reichweite, schnellem Laden und großzügigem Innenraum macht das Fahrzeug zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten in der Kompaktklasse.

  • E-Auto-Zulassungen im ersten Quartal: Die Top-Modelle im Überblick

    E-Auto-Zulassungen im ersten Quartal: Die Top-Modelle im Überblick

    LGR Reutlingen – 28 Mai 2026 | Das erste Quartal 2026 hat im europäischen Elektroautomarkt für eine bemerkenswerte Neuordnung gesorgt. Die Analyse der Zulassungsdaten zeigt, dass einige Modelle deutlich zulegen konnten, während andere unter Druck geraten sind – und das trotz einer insgesamt steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.

    Das Tesla Model Y führt mit 49.579 Zulassungen in den ersten drei Monaten des Jahres und verzeichnet damit ein beeindruckendes Plus von nahezu 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders auffällig ist die Zahl der Zulassungen im März, wo allein 33.081 Einheiten registriert wurden. Dies entspricht einem Marktanteil von 9,9 Prozent. Branchenanalyst Matthias Schmidt hatte diesen Aufstieg bereits frühzeitig prognostiziert und führt ihn auf die aggressive Preispolitik des US-amerikanischen Herstellers zurück.

    Auf dem zweiten Platz folgt der Škoda Elroq, der mit 25.248 Zulassungen im ersten Quartal ein bemerkenswertes Wachstum von 330 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufweist. Der Aufstieg dieses SUVs aus dem Volkswagen-Konzern ist einer der herausragendsten Performer der aktuellen Auswertung. Auch der Škoda Enyaq steht mit 20.612 Einheiten gut da, jedoch mit einem deutlich moderateren Wachstum von 10,7 Prozent.

    Das Tesla Model 3 sichert sich den dritten Platz mit 25.207 Einheiten und einem soliden Wachstum von 16,8 Prozent. Die Verschiebungen innerhalb der Zulassungszahlen verdeutlichen die dynamische Entwicklung des Marktes, insbesondere innerhalb der Škoda-Familie, wo sich das Kräfteverhältnis klar verschoben hat.

    E-Auto-Zulassungen im ersten Quartal: Wettbewerb und Herausforderungen

    Die Bilanz für mehrere Modelle aus dem Volkswagen-Konzern liest sich weniger erfreulich. Der ID.4/ID.5 musste einen Rückgang von 17,2 Prozent hinnehmen und kommt auf 20.071 Einheiten. Der ID.7 rutschte sogar um 19,7 Prozent ab, während der Audi Q4 um 18,8 Prozent einbüßte. Lediglich der ID.3 kann mit einem Plus von 8,8 Prozent im positiven Bereich bleiben. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Marken des Konzerns zunehmend gegen den wachsenden Wettbewerb ankämpfen müssen, der auch aus den eigenen Reihen kommt.

    In dieser sich verändernden Landschaft gewinnen französische Hersteller zunehmend an Marktanteilen. Der Renault R5 verzeichnete im ersten Quartal 19.868 Zulassungen und damit ein Wachstum von 18,1 Prozent. Der Citroën ëC3 legte sogar noch deutlicher zu und verzeichnete ein Plus von 42,4 Prozent auf 17.852 Einheiten. Beide Modelle zielen auf das untere Preissegment ab, was ihnen ermöglicht, eine breitere Käuferschicht anzusprechen. Auch der Renault Scenic konnte zulegen, von 8.979 auf 11.175 Einheiten, was einem Wachstum von 24,5 Prozent entspricht.

    Ein weiterer bemerkenswerter Neuzugang ist der Leapmotor T03, ein chinesisches Modell, das im ersten Quartal 14.545 Zulassungen verzeichnete – ein beeindruckender Anstieg von 519 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als lediglich 2.351 Einheiten registriert wurden. Die hohe Nachfrage erklärt sich vor allem durch den italienischen Markt, wo das Fahrzeug unter Berücksichtigung aller Fördermaßnahmen zu einem Einstiegspreis von unter 5.000 Euro erhältlich war. Damit ist der T03 das meistregistrierte chinesische Modell im europäischen Markt für das erste Quartal.

    Im Premiumsegment hat die Mercedes CLA Elektro-Baureihe erste Akzente gesetzt. Mit 13.945 Zulassungen im Quartal, nach praktisch keinen Vorjahreswerten, zeigt das auf der neuen MMA-Plattform basierende Modell, dass der Stuttgarter Konzern im Segment softwarebasierter Fahrzeuge Boden gutmacht. Ob dieser Schwung nachhaltig bleibt, bleibt abzuwarten.

    Im Kontrast dazu musste Kia mit dem EV3 Federn lassen und verzeichnete einen Rückgang von 27,9 Prozent auf 12.412 Einheiten. Auch der Audi Q6 und der Volvo EX30 verfehlten ihr Vorjahresniveau leicht. Stabil bis leicht wachsend zeigen sich hingegen der BMW iX1, der Volvo EX40/EC40 sowie der Mini in der Elektrovariante.

    Die Entwicklungen im ersten Quartal zeichnen ein differenziertes Bild: Aggressive Preisstrategien, neue Modelle und günstige Förderkulissen in bestimmten Märkten können die Rangfolge schnell verschieben. Der Aufstieg von Marken wie Elroq, Leapmotor und Mercedes CLA verdeutlicht diese Dynamik und die sich verändernden Vorlieben der Verbraucher.