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  • Gemini Omni: Googles KI erzeugt in 7 von 10 Fällen Deepfakes – Risiken und Reaktionen

    Gemini Omni: Googles KI erzeugt in 7 von 10 Fällen Deepfakes – Risiken und Reaktionen

    LGR Reutlingen – 06 Juni 2026 | Ein kürzlich veröffentlichter Report des Medienanalyse‑Unternehmens NewsGuard zeigt alarmierende Zahlen: Gemini Omni Googles KI erzeugt in 7 von 10 Fllen Deepfakes. Das Ergebnis einer systematischen Testreihe lässt befürchten, dass die neu eingeführte Text‑zu‑Video‑Technologie von Google bereits heute für die massenhafte Produktion täuschend echter, aber falscher Video‑Inhalte missbraucht werden kann.

    Google startete die Text‑zu‑Video‑Funktion von Gemini Omni am 20. Mai 2026, kurz nach der Entwicklerkonferenz Google I/O in Mountain View. Das Unternehmen stellte das Modell als „agentisches Multimodal‑System“ vor, das Texte, Bilder und Audio nahtlos zu bewegten Bildern verknüpfen soll. Noch vor einem Monat, am 5. Juni, veröffentlichte NewsGuard seine Untersuchung, die auf zehn eigens konzipierten Prompts basierte. Sieben davon führten zu komplett synthetischen Videos, die in ihrer Bild‑ und Tonqualität kaum von realen Aufnahmen zu unterscheiden waren.

    Gemini Omni Googles KI erzeugt in 7 von 10 Fllen Deepfakes – Was die Testreihe zeigte

    Die Testprompts reichten von politischen Szenarien bis zu angeblichen Naturkatastrophen. Zu den auffälligsten Ergebnissen gehörte ein Video, das einen angeblichen Drohnenangriff auf ein Gebäude in der Ukraine zeigte – ein Ereignis, das zu diesem Zeitpunkt nicht stattgefunden hatte. Ein weiteres Clip stellte die Behauptung auf, Somalia habe die israelische Schifffahrt blockiert, obwohl keine offizielle Quelle eine solche Blockade bestätigte.

    Interessanterweise verweigerte das System die direkte Erzeugung von Aufnahmen konkreter realer Personen, sobald deren Namen genannt wurden. Trotzdem gelang es, ein täuschend echtes Porträt des armenischen Premierministers zu generieren, das dessen Gesicht in einer fiktiven Rede zeigte. Diese Lücke wirft Fragen nach den Grenzen der derzeitigen Schutzmechanismen auf.

    Reaktionen von Google und YouTube

    Auf Nachfrage betonte Google, dass die Sicherheitsvorkehrungen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das Unternehmen verweist auf ein internes „Responsible AI“-Programm, das regelmäßige Audits und die Integration von Deepfake‑Erkennungsalgorithmen vorsieht. Gleichzeitig hat YouTube am 5. Juni angekündigt, seine Deepfake‑Erkennung auf die Unterhaltungsbranche auszuweiten. Das neue System soll dem bereits existierenden Content‑ID‑Rahmenwerk ähneln und Gesichter erkennen, die ohne Genehmigung verwendet werden.

    Die Integration von Gemini Omni in die YouTube‑Shorts‑Remix‑Funktion bereits im Mai 2026 sorgt für zusätzliche Kontroversen. Kreative müssen aktiv widersprechen, wenn ihre Videos für KI‑Transformationen genutzt werden sollen – ein Opt‑out‑Modell, das von vielen als unzureichend kritisiert wird. Die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen und Imageschäden wird von Branchenverbänden wie der Motion Picture Association (MPA) und dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) betont.

    Technische Schutzmaßnahmen und Unternehmensangebote

    Im Rahmen des von NewsGuard veröffentlichten Sicherheits‑Reports bietet das Analyseunternehmen ein kostenloses White‑Paper an, das Unternehmen konkrete Handlungsoptionen aufzeigt: von der Integration von Deepfake‑Erkennung bis hin zu Notfallplänen für den Fall einer schnellen Verbreitung falscher Inhalte. Der Report empfiehlt, KI‑Generierungstools mit Wasserzeichen zu versehen und automatische Monitoring‑Lösungen zu implementieren.

    Ein Tag vor der Veröffentlichung des NewsGuard‑Berichts, am 4. Juni 2026, rollte Google eine neue Funktion für Android 12 und neuere Versionen aus, die gefälschte Anrufe in Echtzeit erkennt und Nutzer warnt. Diese Maßnahme richtet sich zwar primär an Telefonbetrug, verdeutlicht aber, dass das Unternehmen die Risiken von KI‑basierten Manipulationen ernst nimmt.

    Gesellschaftliche und regulatorische Implikationen

    Die rasante Verbreitung von KI‑Videotools trifft auf ein fragmentiertes regulatorisches Umfeld. In New York trat am 9. Juni 2026 der „Synthetic Performer Disclosure Law“ in Kraft, der die Kennzeichnung von synthetisch erzeugten Darstellungen von Personen vorschreibt. Ähnliche Bestrebungen finden in der EU im Rahmen der Digital Services Act (DSA) und der geplanten KI‑Verordnung statt.

    Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigte, dass 58 % der Content‑Ersteller in den USA bereits darüber nachdenken, formellen Urheberrechtsschutz für ihre digitalen Abbilder und Stimmen zu beantragen. Die Gefahr von Deepfakes wird zudem als ein zentraler Bestandteil des „Vertrauens‑Kollaps“ bezeichnet – ein Cyber‑Trend, der laut Sicherheitsfirmen das Risiko von Industriespionage und Finanzbetrug erheblich erhöht.

    Ein besonders eindrückliches Beispiel liefert ein Vorfall aus Hongkong (2024): Ein Unternehmen verlor rund 24 Millionen Euro, weil ein KI‑generiertes Video in einer Videokonferenz verwendet wurde, um eine angebliche Genehmigung für einen Transfer von Geldern vorzutäuschen. Solche Fälle verdeutlichen, dass die Bedrohung nicht nur im öffentlichen Diskurs, sondern bereits in der Unternehmenswelt spürbar ist.

    Ausblick: Was Unternehmen jetzt tun können

    • Implementierung von KI‑Erkennungssoftware, die auf Bild‑ und Audio‑Analyse basiert.
    • Einrichtung klarer Richtlinien für den internen Umgang mit KI‑Generierungstools.
    • Schulung von Mitarbeitenden im Erkennen von Deepfake‑Inhalten.
    • Einbindung von rechtlichen Teams, um Compliance mit neuen Gesetzen wie dem Synthetic Performer Disclosure Law sicherzustellen.
    • Entwicklung von Notfall‑Kommunikationsplänen für den Fall einer schnellen Verbreitung falscher Medien.

    Der Vorstoß von Google, generative Video‑KI auf den Markt zu bringen, markiert einen Wendepunkt in der Medienlandschaft. Während die Technologie beeindruckende kreative Potenziale eröffnet, zeigt die aktuelle Testlage, dass ohne robuste Schutzmechanismen das Risiko von Fehlinformationen stark ansteigt. Unternehmen, Regulierungsbehörden und die Öffentlichkeit stehen nun vor der Aufgabe, ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Sicherheit zu finden.

  • KI-Phishing boom: Identittstuschung 1200 mehr KI-Phishing-Angriffe weltweit treibt Cyberkriminalität in die Höhe

    KI-Phishing boom: Identittstuschung 1200 mehr KI-Phishing-Angriffe weltweit treibt Cyberkriminalität in die Höhe

    LGR Reutlingen – 06 Juni 2026 | Die jüngsten Zahlen des FBI verdeutlichen, dass Identittstuschung 1200 mehr KI-Phishing-Angriffe weltweit zu einem beispiellosen Anstieg der Schadenssummen führen. Allein im Jahr 2025 beliefen sich die Verluste durch Cyberkriminalität in den USA auf rund 19,2 Milliarden Euro – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das FBI meldete in seinem Bericht vom 4. Juni über eine Million Beschwerden, wobei die älteste Opfergruppe, Menschen ab 60, rund 7,4 Milliarden Euro verloren hat.

    Identittstuschung 1200 mehr KI-Phishing-Angriffe weltweit – das neue Normal?

    Der Trend ist nicht zufällig. Kriminelle nutzen immer häufiger Künstliche Intelligenz, um Phishing‑Mails, Telefonate und sogar Video‑Calls zu perfektionieren. Durch Stimmklonen, Deepfake‑Videos und hyper‑personalisierte Nachrichten erhöhen sie die Glaubwürdigkeit ihrer Täuschungsversuche. Laut einer Analyse von Branchenanalysten ist die Zahl KI‑gestützter Phishing‑Angriffe in den letzten zwei Jahren um 1.200 Prozent gesprungen.

    Ein besonders spektakulärer Fall zeigte, wie ein Deepfake‑Videoanruf ein Unternehmen dazu brachte, 23 Millionen Euro zu überweisen – ein Betrag, der selbst Großkonzerne erschüttert. Solche Business‑Email‑Compromise‑Angriffe (BEC) verursachen laut FBI‑Daten 2025 insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro an Verlusten in den USA, wobei das erste Quartal 2025 bereits einen Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete.

    Wie die Täter vorgehen

    Moderne Angreifer beginnen häufig mit einer gründlichen Recherche. Öffentliche Profile, Datenlecks und Social‑Media‑Feeds liefern Informationen über Hierarchien, Kommunikationsstile und aktuelle Projekte. Mit KI‑Modellen können sie dann täuschend echte E‑Mails oder Sprachnachrichten erzeugen, die exakt dem Schreibstil von CEOs oder CFOs entsprechen. In manchen Fällen wird sogar ein gefälschtes Video des tatsächlichen Managers erstellt, das in Echtzeit auf dem Bildschirm erscheint und Anweisungen zur Geldüberweisung gibt.

    Die Angriffe beschränken sich nicht mehr auf digitale Kanäle. In den USA warnt die Polizei von Williamsburg vor gefälschten Gewinnspiel‑E‑Mails, die angeblich von Costco oder Marriott stammen und mit Countdown‑Timern Druck erzeugen. In Südkorea meldet die Postbehörde seit dem 5. Juni eine Welle von Phishing‑Mails, die vor einem angeblich nicht zugestellten Paket warnen und Empfänger auf gefälschte Webseiten locken.

    Ein weiterer Trend ist die physische Post, die von Krypto‑Sicherheitsanbieter Ledger aufgedeckt wurde. Betrüger versenden Briefe, in denen ein fiktives „Post‑Quantum Cryptography Security Update“ gefordert wird. Ein QR‑Code führt zu einer Phishing‑Seite, die Seed‑Phrasen von Krypto‑Wallets stehlen soll.

    Globale Dimensionen des Betrugs

    Die Zahlen sind erschreckend: In Großbritannien machen Betrugsfälle bereits 40 Prozent aller gemeldeten Straftaten aus. Weltweit werden die Kosten des Betrugs auf über 4,6 Billionen Euro pro Jahr geschätzt – wobei Experten davon ausgehen, dass rund 90 Prozent der Fälle nicht angezeigt werden. In Thailand plant die Verbraucherschutzbehörde TCC, Meta wegen unzureichender Kontrolle betrügerischer Anzeigen zu verklagen. Allein zwischen 2024 und März 2026 wurden über 3.700 Beschwerden über Online‑Shopping‑Betrug auf der Plattform registriert.

    Die wachsende Verfügbarkeit von generativer KI senkt die Eintrittsbarriere für Kriminelle. Was früher spezialisierte Hackerteams erforderte, kann heute mit wenigen Klicks automatisiert werden. Dies führt zu einer Demokratisierung des Betrugs, bei der selbst kleine Gruppen erhebliche Summen ergaunern können.

    Unternehmensstrategien gegen KI‑Phishing

    Angesichts dieser Bedrohung setzen immer mehr Unternehmen auf mehrstufige Abwehrkonzepte. Ein dreistufiger Ansatz, den Experten empfehlen, umfasst:

    • Erkennung: KI‑basierte Analyse von E‑Mail‑Headers, Schreibstil und Anomalien in Voice‑Calls.
    • Prävention: Schulungen für Mitarbeitende, klare Verifizierungsprozesse für Zahlungsanweisungen und strengere Zugangskontrollen zu sensiblen Systemen.
    • Notfall‑Reaktion: Sofortige Sperrung kompromittierter Konten, forensische Untersuchungen und Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden.

    Mehrere Fachverbände bieten inzwischen kostenfreie Checklisten und Leitfäden an, die Unternehmen helfen, ihre Mitarbeitenden gegen Stimmklone und Deepfakes zu wappnen. Der Schlüssel liegt jedoch in der Kombination von Technologie und menschlichem Urteilsvermögen.

    Ausblick: Was kommt als Nächstes?

    Die Entwicklung lässt nicht nach. Experten gehen davon aus, dass KI‑Phishing‑Angriffe weiter zunehmen werden, weil die Technologie nicht nur genauer, sondern auch günstiger wird. In den nächsten zwei Jahren könnte die Zahl der KI‑gestützten Phishing‑Versuche erneut exponentiell wachsen. Gleichzeitig wird die Gesetzgebung versuchen, nachzuholen: In den USA diskutieren Gesetzgeber strengere Vorgaben für die Authentifizierung von Finanztransaktionen, während die EU bereits Richtlinien zur Kennzeichnung von synthetischen Medien prüft.

    Für Betroffene bedeutet das, wachsam zu bleiben und nicht nur die Technologie, sondern auch die Prozesse im Unternehmen zu hinterfragen. Wer heute noch glaubt, dass ein einzelner Anruf harmlos sei, riskiert morgen einen finanziellen Schaden in Millionenhöhe.

  • KI‑Wrmer Autonome Malware infiziert 75 eines Netzwerks – Neue Bedrohungsdimension für Unternehmen

    KI‑Wrmer Autonome Malware infiziert 75 eines Netzwerks – Neue Bedrohungsdimension für Unternehmen

    LGR Reutlingen – 05 Juni 2026 | Ein internationales Forscherteam aus Toronto, dem Vector Institute und ServiceNow Research hat in einer jüngsten Studie aufgezeigt, dass KI-Wrmer Autonome Malware infiziert 75 eines Netzwerks und damit eine neue Qualitätsstufe der Cyberkriminalität markiert. Die Schadsoftware nutzt große Sprachmodelle (LLMs), um eigenständig Exploits für entdeckte Schwachstellen zu generieren und sich innerhalb weniger Tage nahezu selbst zu replizieren. Das Experiment, das in einem kontrollierten Testnetzwerk mit 33 Geräten durchgeführt wurde, verdeutlichte, dass bereits nach sieben Tagen rund 75 % der Infrastruktur kompromittiert waren.

    KI-Wrmer Autonome Malware infiziert 75 eines Netzwerks – Was Unternehmen wissen müssen

    Der zentrale Befund der Untersuchung ist die Fähigkeit der Malware, ohne menschliches Eingreifen neue Angriffsvektoren zu erschließen. Während herkömmliche Malware meist auf vorgefertigte Exploits zurückgreift, analysiert der KI‑Wrmer kontinuierlich das Zielsystem, identifiziert Sicherheitslücken – selbst solche, die erst für das Jahr 2026 veröffentlicht wurden – und erstellt daraufhin passende Angriffscodes. Dieser adaptiven Ansatz macht klassische Verteidigungsmechanismen wie Signatur‑basierte Erkennungssoftware zunehmend ineffektiv.

    Ein weiterer Alarmpunkt ist die Art und Weise, wie die Schadsoftware im Arbeitsspeicher agiert. Sie hinterlässt keine dauerhaften Spuren auf der Festplatte, was forensische Analysen erheblich erschwert. Gleichzeitig stiehlt sie Passwörter, E‑Mail‑Zugangsdaten und Kryptowallet‑Informationen, bevor sie sich über das Netzwerk weiter ausbreitet. Die Kombination aus Autonomie und Speichermanipulation stellt Sicherheitsverantwortliche vor bislang ungeahnte Herausforderungen.

    Neue Verbreitungsmethoden: ClickFix‑Welle und gefälschte KI‑Tools

    Parallel zu den technischen Fortschritten bei autonomen Wörmern beobachtet die Branche eine Zunahme von Social‑Engineering‑Kampagnen, die auf gefälschten KI‑Dienstleistungen basieren. Unter dem Namen “ClickFix” werden legitime Plattformen wie Claude Code oder OpenAI Codex nachgeahmt. Nutzer, die vermeintlich kostenlose Code‑Reviews oder Dokumentationshilfen anfordern, werden dazu verleitet, schädliche Befehle auszuführen, die eine mehrstufige Infektion auslösen. Diese Taktik nutzt das Vertrauen in KI‑Tools aus und kombiniert es mit der bereits hohen Erfolgsquote des KI‑Wrmers.

    Die Angreifer haben zudem die Lieferkettensicherheit ins Visier genommen. Im sogenannten Miasma‑Szenario wurden offizielle npm‑Pakete über kompromittierte Entwicklerkonten manipuliert. Ziel war es, Cloud‑Identitäten zu stehlen und die Schadsoftware wie ein Wurm weiterzuleiten. Solche Angriffe zeigen, dass nicht nur das eigene Netzwerk, sondern das gesamte Ökosystem von Drittanbieterdiensten gefährdet ist.

    Statistiken untermauern die Dringlichkeit: Das FBI schätzt den Schaden durch Cyberkriminalität in den USA für das Jahr 2025 auf 20,877 Milliarden US‑Dollar – ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr. In Europa steigen die Phishing‑Fälle ebenfalls stark, etwa in der Schweiz um 25 % im vergangenen Jahr. In Deutschland warnt das BSI bereits vor der wachsenden Qualität KI‑generierter Inhalte; laut dem Cybersicherheitsmonitor 2026 prüfen lediglich 19 % der Nutzer die Herkunft von KI‑Inhalten, während 32 % keinerlei Gegenmaßnahmen ergreifen.

    Reaktionen aus Politik, Wirtschaft und Forschung

    Regierungsbehörden haben bereits erste Gegenmaßnahmen ergriffen. In Hessen wurde zum 1. April eine zentrale Ansprechstelle beim Landeskriminalamt eingerichtet, um Fälle von sexualisierten Deepfakes zu bearbeiten. Gleichzeitig weist die Justiz auf die wachsende Komplexität juristischer Bewertungen hin: Das Oberlandesgericht Koblenz verpflichtete eine Bank zur Erstattung von 56.000 Euro nach einem Phishing‑Angriff, während das Amtsgericht Bernau in einem ähnlichen Fall die Verantwortung von Versicherern ausschloss.

    Unternehmen reagieren mit verstärkten Awareness‑Programmen. Kostenlose Anti‑Phishing‑Pakete, die von Sicherheitsfirmen angeboten werden, sollen Mitarbeitende über psychologische Manipulationstaktiken aufklären und praktische Schutzmaßnahmen vermitteln. Experten betonen jedoch, dass reine Aufklärung nicht ausreicht – technologische Schutzschichten müssen mit KI‑basierten Erkennungsalgorithmen ergänzt werden, um autonome Bedrohungen frühzeitig zu identifizieren.

    Einige Technologieanbieter haben bereits ihre Sicherheitsupdates angepasst. Das Google‑Sicherheitsupdate für Juni 2026 behebt 124 Schwachstellen im Android‑Betriebssystem, darunter die aktiv ausgenutzte Zero‑Day‑Lücke CVE‑2025‑48595. Analytiker berichten zudem von einer Ausweitung der Banking‑Malware TrickMo, die bereits über 1.200 Finanz‑Apps weltweit ins Visier genommen hat und zunehmend Zwei‑Faktor‑Authentifizierungen umgeht.

    Ausblick: Wie geht es weiter mit KI‑gestützter Malware?

    Die Forschung zeigt, dass die Kosten für den Betrieb autonomer KI‑Agenten erstaunlich gering sind: Ein Experiment belegte, dass lediglich 1.305 Euro an Rechenleistung nötig waren, um sensible Datenbanken einer App auszulesen. Diese Wirtschaftlichkeit macht den Zugang zu hochentwickelten Angriffstechniken für kriminelle Gruppen attraktiv und lässt erwarten, dass weitere Varianten von KI‑Wrmern folgen werden.

    Unternehmen sollten daher einen mehrschichtigen Ansatz verfolgen: Neben regelmäßigen Patches und Netzwerksegmentierung ist der Einsatz von Verhaltens‑Analyse‑Tools essenziell, die ungewöhnliche Aktivitäten im Speicher erkennen können. Darüber hinaus empfiehlt sich die Implementierung von Zero‑Trust‑Architekturen, bei denen jeder Zugriff, auch innerhalb des eigenen Netzwerks, streng verifiziert wird.

    Abschließend lässt sich sagen, dass die Meldung KI-Wrmer Autonome Malware infiziert 75 eines Netzwerks nicht nur ein einzelner Vorfall ist, sondern ein Weckruf für die gesamte IT‑Sicherheitslandschaft. Die Kombination aus adaptiver KI, automatischer Exploit‑Generierung und geschicktem Social Engineering bildet ein gefährliches Trio, das traditionelle Abwehrstrategien überholt. Nur durch kontinuierliche Forschung, enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Staat sowie proaktive Sicherheitskulturen können Unternehmen dieser neuen Bedrohungsdimension begegnen.

  • Callcenter-Netzwerk: Ermittler heben KI-Betrüger in Ukraine und Russland aus

    Callcenter-Netzwerk: Ermittler heben KI-Betrüger in Ukraine und Russland aus

    LGR Reutlingen – 30 Mai 2026 | Ein internationales Netzwerk von Betrügern, das Künstliche Intelligenz (KI) und DeepfakeTechnologie einsetzte, um Bürger in der Ukraine und Russland zu täuschen, wurde von den Ermittlungsbehörden zerschlagen. Die Täter nutzten fortschrittliche Technologien, um sich als Sicherheitskräfte auszugeben und so ahnungslose Opfer zu betrügen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf Millionen Euro, wobei die meisten Betroffenen aus dem russischsprachigen Raum und der Europäischen Union stammen.

    In Odessa hat die Polizei kürzlich ein Callcenter aufgedeckt, das gezielt Bürger in Kasachstan betrog. Die Täter gaben sich mithilfe von KI-generierten Bildern und täuschend echten Deepfakes als Angehörige kasachischer Sicherheitskräfte aus. Dieses hochgradig organisierte Netzwerk verfügte über spezialisierte Abteilungen für IT, Personal und Kundenkontakt. Bei den Razzien wurden 13 Verdächtige identifiziert und neun Personen festgenommen. Zudem beschlagnahmten die Beamten Computer, fast 50 Mobiltelefone und mehrere Fahrzeuge. Der bis dato dokumentierte Schaden beträgt rund 2,5 Millionen Griwna.

    Parallel dazu entdeckten die ukrainische Polizei und Eurojust in Charkiw ein weiteres Callcenter, das sich als Investmentfirma tarnte. Mindestens 50 EU-Bürger, insbesondere aus Lettland, wurden um mehr als 100.000 Euro betrogen. Die Betrüger täuschten fiktive Gewinne beim Pseudotrading vor und versprachen, verloren geglaubte Investitionen gegen Vorabzahlungen zurückzuholen.

    Ein zentrales Problem für die Ermittler ist die Verwendung von SIM-Boxen, die die Identität der Anrufer verschleiern. In der russischen Stadt Wladimir wurde ein 24-Jähriger gefasst, der als technischer Dienstleister für ein Betrugs-Callcenter arbeitete. Er reiste mit einer SIM-Box, die Anrufe über zahlreiche lokale SIM-Karten weiterleitete, wodurch die wahre Herkunft der Anrufe verborgen blieb. Bei seiner Festnahme beschlagnahmten die Behörden die SIM-Box, über 50 SIM-Karten und einen Laptop. Dem Verdächtigen drohen bis zu sechs Jahre Haft.

    Die zunehmende Raffinesse der Cyberkriminellen stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Täter passen ihre Methoden regelmäßig an aktuelle Ereignisse an, um ihre Opfer zu täuschen. So warnen Cyberexperten vor einer neuen Welle von Anrufen, die sich insbesondere an Rentner und Veteranen richten. Die Betrüger geben vor, Sonderzahlungen zum Tag des Sieges am 9. Mai auszuzahlen, um an SMS-Codes für den Zugriff auf Online-Banking-Konten zu gelangen. Behörden betonen, dass reguläre Leistungen automatisch ausgezahlt werden und nie durch die Abfrage von Sicherheitscodes erfolgen.

    In Deutschland bleibt die Bedrohungslage ebenfalls hoch. In Thüringen registrierten die Behörden bis Ende Mai über 1.000 KI-gestützte Anrufe, bei denen die Täter mit Deepfakes die Stimmen von Angehörigen imitierten. Besonders gravierend war ein Vorfall in Bayern, wo eine Seniorin einem falschen Polizeibeamten Gold und Bargeld im Wert von rund einer halben Million Euro übergab.

    Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Betrugsopfer sind oft unzureichend. Ein Geschädigter versuchte, Verluste aus einer Barübergabe als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend zu machen. Das Finanzgericht Münster wies die Klage jedoch ab mit der Begründung, dass solche Aufwendungen nicht zwangsläufig anfallen und zumutbare Handlungsalternativen bestanden. Dennoch ließ das Gericht eine Revision zum Bundesfinanzhof zu, was zeigt, dass die rechtlichen Fragen in diesem Bereich klärungsbedürftig sind.