LGR Reutlingen – 15 Juni 2026 | Der aktuelle Anthbot M9 im Test Mähroboter ohne Begrenzungskabel für bis zu 1 000 m² verspricht eine stressfreie Rasenpflege ohne lästiges Kabel, unterstützt durch RTK‑GPS‑Navigation und eine Smartphone‑App. In diesem Beitrag prüfen wir, ob das Gerät im Alltag hält, was es kostet und wie es im Vergleich zu etablierten Marken abschneidet.
Anthbot M9 im Test Mähroboter ohne Begrenzungskabel für bis zu 1 000 m² – Ein Überblick
Der chinesische Hersteller Anthbot hat mit dem M9 ein Mittelklasse‑Modell auf den Markt gebracht, das sich an Eigenheimbesitzer mit bis zu 1 000 m² Rasenfläche richtet. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Robotern ist die Abschaffung des Begrenzungskabels: Stattdessen nutzt das Gerät ein RTK‑GPS‑System, das ursprünglich aus der Vermessungstechnik stammt und Zentimetergenauigkeit verspricht. Der M9 ist kompakt, wiegt rund 10 kg und ist nach IPX6 gegen Spritzwasser geschützt, sodass er auch bei leichtem Regen arbeiten kann.
Im Lieferumfang finden sich der Mähroboter selbst, eine RTK‑Referenzstation mit Stab und Erdanker, eine Ladestation, Netzteil, Ersatzklingen, Schraubwerkzeug sowie eine Kurzanleitung. Die Einrichtung erfolgt in weniger als 15 Minuten: Die Basisstation wird an einem freien Platz im Garten aufgestellt, die App wird gestartet, der Roboter wird registriert und die Mähfläche per Kartenfunktion kartiert. No‑Go‑Zonen für Spielbereiche oder Blumenbeete lassen sich bequem in der App markieren.
Technisch überzeugt der M9 mit einer Dual‑Vision‑Lösung aus Full‑Band‑RTK und einer 150‑Grad‑Kamera, die mehr als 1 000 Hindernisse erkennt. Die Schnittbreite beträgt 20 cm, die Schnitthöhe lässt sich zwischen 30 mm und 70 mm stufenlos per App einstellen. Mit bis zu 150 m² pro Stunde und einer maximalen Steigung von 45 % (24°) deckt er auch leicht hügelige Gärten ab. Der Geräuschpegel liegt bei etwa 58 dB(A), was ihn deutlich leiser als Benzinrasenmäher macht.
Der Preis liegt zum Zeitpunkt des Tests bei etwa 599 Euro (UVP 849 Euro) und ist damit deutlich günstiger als vergleichbare RTK‑Modelle von Dreame oder Mammotion, die leicht über 1 000 Euro starten. Die laufenden Kosten beschränken sich auf Strom und gelegentliche Klingenwechsel, die im Handel günstig zu erwerben sind.
Im Praxistest zeigte sich das System besonders in flachen bis moderat geneigten Gärten zuverlässig. Der M9 mäht in geradlinigen Bahnen, erzeugt ein einheitliches Schnittbild und kehrt selbständig zur Ladestation zurück, sobald die Batterie schwach ist. Die App liefert Echtzeit‑Tracking, sodass Nutzer jederzeit sehen können, wo sich der Roboter gerade befindet.
Allerdings gibt es Schwachstellen. Die RTK‑Navigation benötigt eine freie Sichtlinie zum Himmel; dichte Baumkronen, hohe Hecken oder enge Hauswände können das Signal schwächen und zu leichten Abweichungen führen. Die Kamera‑basierte Hinderniserkennung funktioniert gut bei Tageslicht, verliert jedoch bei Dämmerung an Zuverlässigkeit, sodass nächtliches Mähen nur eingeschränkt möglich ist. Ein weiteres Manko ist das Randmähen: An Gartenbeeten oder entlang von Zäunen bleibt häufig ein schmaler Streifen ungemäht, der nachträglich per Handtrimmer nachgearbeitet werden muss.
Die Vor- und Nachteile lassen sich kompakt zusammenfassen:
- Vorteile: kein Begrenzungskabel, schnelle Einrichtung, zentimetergenaue RTK‑Navigation, intuitive App, leiser Betrieb, gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis.
- Nachteile: RTK‑Signal empfindlich gegenüber Hindernissen, eingeschränkte Hinderniserkennung bei Dunkelheit, kein Allrad‑Antrieb für extreme Steigungen, Randmähen nicht vollständig automatisiert.
Im Vergleich zur Konkurrenz positioniert sich der Anthbot M9 zwischen preiswerten Kameramodellen wie dem Anthbot M5 (max. 500 m²) und teureren High‑End‑Geräten wie dem Dreame A1 (RTK + LiDAR) oder dem Mammotion Luba Mini AWD 800 (Allrad, 80 % Steigung). Während der Dreame A1 dank kombinierter LiDAR‑ und RTK‑Technik besonders präzise Hindernisse umgeht, liegt sein Preis bei rund 950 Euro. Der Mammotion hingegen ist für steile Hänge konzipiert, kostet jedoch über 1 300 Euro. Für den durchschnittlichen Einfamilienhausgarten bietet der Anthbot M9 das beste Preis‑Leistungs‑Verhältnis, solange die Topografie nicht extrem ist.
Aus marktstrategischer Sicht könnte Anthbot mit dem M9 ein wichtiges Segment bedienen: Verbraucher, die den Komfort eines kabellosen Roboters wollen, aber nicht bereit sind, das Premium‑Budget zu stemmen. Die RTK‑Technologie dürfte in den kommenden Jahren weiter sinken, sodass zukünftige Modelle noch günstiger werden könnten. Gleichzeitig erhöhen Hersteller den Funktionsumfang (z. B. LiDAR‑Integration, Smart‑Home‑Standards), sodass der M9 künftig durch Software‑Updates möglicherweise erweiterbar bleibt.
Fazit: Der Anthbot M9 im Test beweist, dass kabellose Mähroboter im mittleren Preissegment bereits eine solide Leistung bieten. Wer bereit ist, die RTK‑Antenne zu positionieren und die App zu nutzen, erhält ein zuverlässiges Gerät für rund 600 Euro, das die meisten gängigen Gartenflächen sauber und leise pflegt. Wer jedoch extreme Steigungen, vollständiges Randmähen oder eine nahtlose Smart‑Home‑Integration verlangt, muss mit höheren Kosten rechnen.
