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  • Mercedes startet Serienproduktion des VLE in Spanien – Elektro‑Van aus Vitoria markiert neuen Wendepunkt

    Mercedes startet Serienproduktion des VLE in Spanien – Elektro‑Van aus Vitoria markiert neuen Wendepunkt

    LGR Reutlingen – 15 Juni 2026 | Mercedes startet Serienproduktion des VLE in Spanien mit einem feierlichen Anlässe im Werk Vitoria, das damit zum ersten Standort im globalen Netzwerk wird, an dem das neue Grand‑Limousinen‑Van‑Modell vom Band läuft. Der Start unterstreicht die strategische Bedeutung des Baskenlandes für die europäische Elektromobilität und setzt ein klares Signal für die ambitionierten Van‑Pläne des Stuttgarter Konzerns.

    Bei der Zeremonie waren nicht nur Vorstandsvorsitzender Ola Källenius und Thomas Klein, Leiter von Mercedes‑Benz Vans, anwesend, sondern auch spanischer Industrie‑ und Tourismusminister Jordi Hereu sowie der baskische Ministerpräsident Imanol Pradales. Die Anwesenheit hochrangiger Politiker verdeutlicht, dass das Projekt weit über eine reine Produktionsmaßnahme hinausgeht – es ist ein wirtschaftlicher Motor für die Region und ein Symbol für die industrielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Spanien.

    Der VLE ist das erste Fahrzeug, das auf einer völlig neuen, modularen und skalierbaren Van‑Architektur basiert. Diese Plattform soll künftig sämtliche Modelle von Mercedes‑Benz Vans unterlegen und ermöglicht flexible Anpassungen je nach Kundenbedarf – von Familienfahrzeugen bis zu kommerziellen Shuttle‑Lösungen. Durch die modulare Bauweise können Bauteile effizienter produziert und schneller an Marktänderungen angepasst werden.

    Vitoria ist damit der Vorreiter im globalen Produktionsnetzwerk: Das Werk wird bis Ende 2025 die Serienfertigung für den europäischen Markt übernehmen, bevor das Werk Fuzhou in China im gleichen Jahr mit der Fertigung für den chinesischen Markt startet. In Deutschland wird der Elektro‑Van zu einem Einstiegspreis von 82.260 Euro angeboten, ein Preis, der im Premiumsegment wettbewerbsfähig erscheint.

    Technisch überzeugt der VLE mit einer WLTP‑Reichweite von über 700 Kilometern und einem Verbrauch von 18,4 bis 20,7 kWh pro 100 Kilometer. Die 800‑Volt‑Ladetechnik ermöglicht ultraschnelles Laden, sodass die Batterie in wenigen Minuten auf 80 % ihrer Kapazität aufgeladen werden kann. Alle Fahrzeugfunktionen werden über das neue Mercedes‑Benz Operating System MB.OS gesteuert, das Assistenzsysteme, Infotainment und Fahrdynamik in einer einheitlichen Plattform zusammenführt.

    Källenius betonte während seiner Rede, dass die Entwicklungszeit des VLE außergewöhnlich kurz gewesen sei. „Wir haben den VLE in kürzester Zeit entwickelt. Das war möglich durch einen digitalen Entwicklungsansatz, unser starkes, crossfunktionales, internationales Team und das Werk in Vitoria, das den Mercedes‑Anspruch auf die Straße bringt“, erklärte er. Der digitale Ansatz habe nicht nur die Entwicklungszyklen verkürzt, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Design, Engineering und Produktion intensiviert.

    Das Werk Vitoria beschäftigt rund 5.000 Mitarbeitende und hat die Umrüstung für den VLE parallel zur laufenden Produktion von V‑Klasse, Vito und eVito durchgeführt. Neue Rohbau‑, Lackier‑ und Montagebereiche wurden geschaffen, ebenso wie eine erweiterte IT‑ und Logistikinfrastruktur. Die Umstellung erfolgte ohne Unterbrechung der bestehenden Fertigungslinien, ein logistisches Kunststück, das die Flexibilität des Werks eindrucksvoll demonstriert.

    Um die Belegschaft auf die neuen Technologien vorzubereiten, wurden über 160 Trainingsprogramme angeboten. Werkleiter Bernd Krottmayer bezeichnete die Transformation als Ergebnis des täglichen Engagements der Mitarbeitenden und hob hervor, dass die Kombination aus technischer Weiterbildung und digitaler Prozessoptimierung die Basis für die erfolgreiche Serienproduktion bildet.

    Nachhaltigkeit spielt im neuen Werk eine zentrale Rolle. Seit 2022 arbeitet Vitoria bilanziell CO₂‑neutral und nutzt Strom aus erneuerbaren Quellen, Geothermie und Abwärme aus Karosseriebau sowie Lackiererei. Alle Neubauten entsprechen dem Zero‑Emission‑Building‑Standard, und im Herbst soll eine weitgehend elektrisch betriebene Lackiererei in Betrieb gehen, die vollständig auf fossile Energieträger verzichtet.

    Die modulare Van‑Architektur eröffnet perspektivisch die Fertigung weiterer Modelle in Vitoria. Damit wird der Standort zu einem Schlüsselakteur im globalen Van‑Produktionsnetzwerk von Mercedes‑Benz, der nicht nur Elektro‑, sondern auch zukünftige Hybrid‑ und Brennstoffzellenvarianten bedienen könnte.

    Marktseitig positioniert Mercedes den VLE als „Grand Limousine“, ein Konzept, das Fahrkomfort und Dynamik einer Limousine mit dem Raumangebot eines Großraumschiffs kombiniert. Mit bis zu acht Sitzplätzen richtet sich das Modell sowohl an Familien als auch an gewerbliche Nutzer wie Shuttle‑Dienstleister, die von der hohen Reichweite und dem schnellen Laden profitieren.

    Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen von Volkswagen, Renault und Ford bietet der VLE eine höhere Reichweite und ein luxuriöseres Interieur, was ihn im Premiumsegment attraktiv macht. Die 800‑Volt‑Technologie, die bislang nur bei wenigen Serienfahrzeugen zum Einsatz kommt, verschafft Mercedes einen klaren technischen Vorsprung.

    Die geplante Serienproduktion in China wird es dem Unternehmen ermöglichen, den wachsenden asiatischen Markt gezielt zu bedienen, ohne lange Lieferketten zu belasten. Durch lokale Fertigung können Importzölle minimiert und die Preisgestaltung für chinesische Kunden flexibler gestaltet werden.

    Preislich liegt der VLE mit einem Einstiegspreis von 82.260 Euro im oberen Segment, was jedoch durch die Kombination aus hoher Reichweite, schneller Ladetechnik und Premium‑Ausstattung gerechtfertigt wird. Für Unternehmen, die auf Elektro‑Shuttle‑Lösungen setzen, kann das Modell dank seiner niedrigen Betriebskosten und der staatlichen Förderungen in vielen europäischen Ländern besonders attraktiv sein.

    Die Inbetriebnahme der Serienproduktion markiert einen Meilenstein für die europäische Elektromobilität. Sie zeigt, dass traditionelle Automobilhersteller ihre Produktionskapazitäten nicht nur in Deutschland, sondern auch in strategisch wichtigen Regionen wie dem Baskenland ausbauen können. Gleichzeitig sendet sie ein starkes Signal an die Branche, dass modulare Plattformen und digitale Entwicklungsprozesse die Zukunft der Fahrzeugproduktion bestimmen werden.

    Mit dem Start von Mercedes startet Serienproduktion des VLE in Spanien setzt das Unternehmen nicht nur einen neuen Standard für Elektro‑Vans, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und demonstriert, dass Nachhaltigkeit und Hochtechnologie Hand in Hand gehen können.

  • Die Zukunft der Produktion: Smart Factory und die digitale Transformation

    Die Zukunft der Produktion: Smart Factory und die digitale Transformation

    LGR Reutlingen – 26 Mai 2026 | Die industrielle Produktion steht an einem Wendepunkt. Mit dem Aufkommen von Smart Factories erleben Unternehmen eine Revolution in der Fertigung, die durch Vernetzung, Digitalisierung und innovative Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz (KI) geprägt ist. Diese Technologien ermöglichen nicht nur flexible Fertigungsprozesse, sondern auch eine Präzision, die zuvor unerreichbar schien.

    Ein herausragendes Beispiel ist die „Factory 56“ von Mercedes-Benz in Sindelfingen, die eindrucksvoll demonstriert, wie diese neue Fabriklogik den traditionellen Fließbandansatz ersetzt. Hier wird eine Zeitersparnis von etwa 40 Prozent bei der Produktion neuer Modelle erreicht, während Nacharbeiten um 85 Prozent reduziert werden. Die Flexibilität der Produktion wird durch den Einsatz von TecLines, flexiblen Fertigungsbereichen, gefördert, in denen Mitarbeiter mit Tablets und Augmented-Reality-Brillen arbeiten, die präzise Montageanleitungen direkt ins Sichtfeld projizieren.

    Die Verschmelzung von IT und Operational Technology

    Die Integration von IT mit Operational Technology (OT) ist entscheidend für den Erfolg von Smart Factories. Stefan Schweiger, Business Manager AIoT Solutions bei Bechtle, erklärt: „Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen benötigt OT de facto immer mehr IT-Know-how.“ Die Bedeutung der vernetzten Produktion wächst stetig. Eine aktuelle Umfrage von Statista zeigt, dass fast 89 Prozent der befragten Unternehmen im Industrieumfeld IoT-Plattformen nutzen oder deren Einsatz planen.

    Bechtle unterstützt Unternehmen in jeder Phase des Produktentstehungsprozesses, von Engineering und 3D-Druck bis hin zur digitalen Wartung. Diese digitale Transformation erhöht nicht nur die Wertschöpfung, sondern erfordert auch eine zuverlässige technische Infrastruktur. Dazu gehören robuste Energieversorgungen und hochkomplexe Spezialkabel für den Datentransfer innerhalb der Smart Factory. HELU KABEL, ein Unternehmen aus Hemmingen, ist hier ein wichtiger Akteur, der stabile Energie- und Datenübertragungen in Industrieanwendungen sicherstellt.

    Cybersicherheit und Automatisierung: Herausforderungen und Lösungen

    Mit der Zunahme vernetzter Systeme wächst auch das Risiko von Cyberangriffen. Laut Rockwell Automation war im vergangenen Jahr jeder dritte deutsche Hersteller von mindestens einem Cyberangriff betroffen. Dies macht Cybersicherheit zu einer zentralen betrieblichen Disziplin, die über technische Schutzmaßnahmen hinausgeht. 98 Prozent der Unternehmen investieren in Cybersicherheitslösungen, um die Konvergenz von IT und OT abzusichern, wo viele Schwachstellen entstehen.

    Die HIMA Group aus Brühl, die auf sicherheitsgerichtete Automatisierungslösungen spezialisiert ist, hat innovative Lösungen entwickelt, um Menschen und Anlagen in vernetzten Industrieumgebungen zu schützen. Jörg de la Motte, CEO der HIMA Group, betont die Wichtigkeit, über den gesamten Sicherheitslebenszyklus einer Anlage Sicherheit und Normkonformität zu gewährleisten. Die Kombination aus technologischen und strategischen Ansätzen ist entscheidend für die Schaffung sicherer und effizienter Produktionsumgebungen.

    Der Mensch in der Smart Factory

    Die Rolle des Menschen verändert sich in der Smart Factory. Anstatt Arbeitskräfte durch Maschinen zu ersetzen, wird der Fokus auf der Erweiterung menschlicher Fähigkeiten durch Technologie liegen. Laut Rockwell Automation legen 81 Prozent der Hersteller beim Recruiting großen Wert auf Kompetenzen im Bereich Cybersicherheit. Zudem nehmen 42 Prozent der Beschäftigten an Umschulungsprogrammen teil, um sich auf die neuen Anforderungen einzustellen.

    Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen Technologie und menschlicher Expertise zu finden. Die nächste Phase der industriellen Wettbewerbsfähigkeit wird weniger durch den Zugang zu Technologie bestimmt werden, sondern durch die Fähigkeit, KI, Datenmanagement und Automatisierung effektiv zu integrieren und abzusichern.

    Marktdynamik und Zukunftsausblick

    Die Smart Factory ist nicht nur ein technisches Konzept, sondern auch eine Antwort auf die komplexen Herausforderungen der modernen Fertigungsindustrie. Die deutsche Fertigungsindustrie befindet sich in einer Phase, in der digitale Ambitionen in den Hintergrund treten und die disziplinierte Umsetzung der digitalen Transformation in den Fokus rückt. Die Investitionen in KI und Automatisierung erreichen neue Höhen, während gleichzeitig der Druck in puncto Cybersecurity und Energieeffizienz wächst.

    Die Integration von digitalen Zwillingen wird zunehmend zur Norm. 38 Prozent der deutschen Hersteller setzen bereits digitale Zwillinge ein, was zeigt, dass die Technologie von der Planungsphase in die praktische Anwendung übergeht. Dennoch bleibt die effektive Nutzung von Betriebsdaten eine Herausforderung: Nur etwa 40 Prozent der erzeugten Daten werden derzeit effektiv genutzt, was als wesentliche Hürde für die digitale Transformation gilt.

    Insgesamt zeigt sich, dass die Zukunft der industriellen Produktion stark von der Fähigkeit abhängt, Technologie, Menschen und Prozesse miteinander zu verknüpfen. Die Unternehmen, die diese Herausforderungen meistern, werden nicht nur überleben, sondern sich auch in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt behaupten müssen.

    Die Entwicklungen in der Smart Factory sind somit nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern auch ein strategisches Signal für die gesamte Branche. Sie rufen nach einer Neuausrichtung der Unternehmensstrategien und der Ausbildung der Belegschaft, um den Anforderungen der digitalen Zukunft gerecht zu werden.