Tag: Medienproduktion

  • Rote Rosen wechselt zur Post-Production auf DaVinci Resolve

    Rote Rosen wechselt zur Post-Production auf DaVinci Resolve

    LGR Reutlingen – 31 Mai 2026 | Die ARD-Daily-Serie „Rote Rosen“ hat einen bedeutenden Schritt in ihrer Produktionskette vollzogen und stellt ihre gesamte Post-Production auf DaVinci Resolve um. Nach 18 Jahren und über 4.200 Folgen ersetzt die Serie, produziert von Studio Hamburg Serienwerft für Das Erste, ihren bisherigen Workflow, der stark auf Avid basierte, durch eine einheitliche Plattform für Schnitt, Grading, Sound, VFX und Auslieferung.

    Ein zentraler Grund für die Umstellung ist der Wegfall des bisherigen AAF-Roundtrippings, das zwischen verschiedenen Softwarelösungen wie Avid Media Composer, Nuendo, Pro Tools, Adobe Media Encoder und After Effects stattfand. Post-Production Supervisor Jonathan Happ schätzt den Effizienzgewinn auf beeindruckende 10 bis 15 Arbeitsstunden pro Woche. Diese Entscheidung ist das Resultat einer schrittweisen Annäherung, bei der bereits ADR, VFX und Audio-Cleanup vor der vollständigen Migration auf Resolve durchgeführt wurden.

    Mit der Entscheidung für DaVinci Resolve geht auch eine grundlegende Änderung der zugrunde liegenden Infrastruktur einher. Anstelle einer schlüsselfertigen Lösung eines etablierten Storage-Anbieters wird jetzt ein selbst beschaffter TrueNAS-Server mit einem Open-Source-Betriebssystem eingesetzt. Die Produktionskosten lagen dabei laut Angaben der verantwortlichen Produktionsfirma bei nur rund einem Viertel des ursprünglich kalkulierten Betrags. Lizenzkosten, darunter auch für Teradici-Zugänge, entfallen, was die Notwendigkeit einer Anbindung über proprietäre Schnittstellen überflüssig macht.

    Diese Veränderung hat auch Auswirkungen auf die Skalierungslogik innerhalb der Post-Production: Zusätzliche Schnittplätze erfordern keine begleitenden Investitionen in Switch-Kapazität, Storage-Erweiterung oder Remote-Lizenzen, sondern lediglich die Anschaffung weiterer Workstations. Das Team erstellt nun wiederkehrende Effekte über vorgefertigte Fusion-Templates direkt im Schnitt, anstatt diese an externe Dienstleister zu vergeben.

    Die Umstellung auf eine einheitliche Plattform bedeutet zudem einen Rückgang des Outsourcings. Die Serie verarbeitet jetzt viele Effekte intern, was nicht nur die Produktionskosten senkt, sondern auch die Abhängigkeit von externen Postproduktionshäusern verringert. Dies hat zur Folge, dass die Bereitstellung von Hardware-Kapazitäten und Personal durch externe Dienstleister zurückgeht.

    Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Rekrutierung von neuem Personal. „Auf Avid geschulte Assistenzen zu finden, ist nahezu unmöglich. Mit Resolve können wir Studierende und Junior-Editorinnen aus lokalen Filmhochschulen ins Team holen“, erklärt Happ. Dies ist besonders für eine Daily-Serie mit hohem Personaldurchlauf ein wirtschaftlich relevantes Argument, das die technischen Vorteile der Umstellung um eine strategische Komponente im Personalmanagement erweitert.

    Die Entscheidung von „Rote Rosen“, die Post-Production auf DaVinci Resolve umzustellen, wird nicht nur die internen Abläufe optimieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Serie in einem sich ständig verändernden Medienumfeld stärken. Die Kombination aus technischer Effizienz und strategischer Personalpolitik könnte sich als wegweisend für die Zukunft der Produktion im deutschen Fernsehen erweisen.

  • Telestream ernennt Benjamin Desbois zum CEO

    Telestream ernennt Benjamin Desbois zum CEO

    LGR Reutlingen – 28 Mai 2026 | Telestream hat Benjamin Desbois zum neuen CEO ernannt. Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt er die Position von Dan Castles, einem der Mitgründer des Unternehmens, der nach fast drei Jahrzehnten an der Spitze in die Rolle des Executive Chair wechselt. Diese Entscheidung kommt in einer Zeit, in der Telestream weiterhin an der Schnittstelle von Medienproduktion und Cloud-Technologie agiert und die Marktanforderungen sich schnell verändern.

    Benjamin Desbois ist derzeit Chief Growth and Strategy Officer bei Telestream. In dieser Funktion hat er maßgeblich an der Entwicklung der Go-to-Market-Strategie und der Partnerbeziehungen gearbeitet. Seine Karriere umfasst bedeutende Positionen bei Unternehmen wie Backlight, Avid Technology und Dalet, wo er für Vertrieb, Produktentwicklung und strategische Planung im Bereich Medien-Workflows verantwortlich war. Diese Erfahrungen machen ihn zu einem idealen Nachfolger für Castles.

    Dan Castles, der Telestream 2001 mitbegründet hat, hebt die Qualitäten seines Nachfolgers hervor: “Benjamin versteht unser Fundament. Er kennt unsere Kunden, unsere Märkte und unsere Technologie und bringt die Führungserfahrung und die Branchenglaubwürdigkeit mit, die Telestream für das nächste Kapitel braucht.” Diese Einschätzung verdeutlicht, dass Desbois nicht nur aus der internen Beförderung hervorgeht, sondern auch das Vertrauen der Unternehmensleitung genießt.

    In seiner neuen Rolle als Executive Chair wird Castles Desbois sowie das Board bei strategischen Entscheidungen, Kundenbeziehungen und der langfristigen Wertschöpfung unterstützen. Dies ist besonders wichtig, da die Medienlandschaft stark von Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz (KI) und Cloud-Technologien geprägt ist. Castles betont, dass in den letzten Jahren ein Unternehmen mit tiefem Kundenvertrauen und innovativer Technologie aufgebaut wurde.

    Desbois selbst äußert sich zu seiner neuen Position und den Herausforderungen, die vor ihm liegen: “Während KI und Cloud die Medienproduktion und -distribution verändern, liegt mein Fokus darauf, auf diesem Fundament aufzubauen und gleichzeitig unsere Innovation in intelligenten, KI-gestützten und cloudnativen Workflows zu beschleunigen.” Dies zeigt, dass er die technologische Entwicklung als Schlüssel zu zukünftigen Erfolge sieht.

    Die Kontinuität im Führungsteam und die strategische Vision, die Desbois mitbringt, könnten Telestream helfen, sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu behaupten. Mit der Kombination aus bewährter Führung und frischen Ideen könnte das Unternehmen in der Lage sein, seine Marktanteile zu sichern und die Innovationskraft weiter zu steigern.

    Die Ernennung von Benjamin Desbois zum CEO von Telestream ist nicht nur ein bedeutender Schritt für das Unternehmen selbst, sondern auch ein Signal für die Branche, die sich in einem ständigen Wandel befindet. Es bleibt abzuwarten, wie Desbois die Herausforderungen meistert und welche neuen Impulse er setzen kann, um Telestream in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.